Die Unterwegs-Literatur

Für Leute, die es nie zu Hause aushalten - warum auch immer

Madrid - die imperiale Stadt


Dieses Foto von Santiago-Bernabéu-Stadion wurde von TripAdvisor zur Verfügung gestellt

Kritik

 

Titel   Wolfhart Berg MADRID Eine Stadt in Biographien

 

Autor  Wolfhart Berg ist in Königsberg geboren. Als Journalist leitete er die Münchner ABENDZEITUNG und das Frauenblatt BRIGITTE. In Madrid arbeitete er sieben Jahr für spanische Zeitschriften als Chefredakteur und Herausgeber. Sein heutiger Wohnsitz ist Hamburg.

 

Cover   Die Namen der Porträtierten zieren den in Rot gehaltenen Buchumschlag

 

Buchgestaltung    Sehr gutes Papier, aufwendig gedruckt, Einleitungstext des Herausgebers Norbert Lewandowski. 20 Einzelkapitel mit einer Zeitachse "Auf einen Blick" und einer Orientierungskarte.

 

Zitat aus dem Buch:    Über Jorge Semprun: "Wenn du die Wahl hast nicht vor einem SS-Mann zu kapitulieren, um eine zusätzliche Brotration zu bekommen, dann bist Du frei!"

 

Meinung    In meiner Jugendzeit war ich ein glühender Kicker-Verehrer von Alfredo di Stefano, dem legendärer Fußballstar von Real Madrid. Wolfhart Berg widmet ihm ein eigenes Kapitel. Di Stefano – der unsterbliche Stürmerstar des weißen Fussball-Baletts. Ein königlicher Verein, dem die republikanischen Bayern im Championsleague-Spiel nun den legendären Rang ablaufen wollen. 600 000 registrierte Clubfans, 3000 offizielle Fanclubs, Umsatz 514 Millionen Euro. Mit Zidane, Beckham und Ronaldo beschäftigten die Madrilenen die Weltstars des Fußballs. Ob diesmal wieder Hunderttausende Madridistas zur Statue der Fruchtbarkeitsgötting in Madrid pilgern, um die Statue zu berühren und vielleicht Don Alfredo dort zu treffen. Ob Könige  (Carlos I, Juan Carlos I und Felipe II), Maler (Francisco de Goya) Schriftsteller (José Ortega Y Gasset, Frederico García Lorca, Jorge Semprun), Politiker (González) bis hin zum Hollywoodstar Javier Bardem und noch viel mehr üppigen Porträts im Buch gelingt Wolfhart Berg ein illustres, volksnahes, einfühlsames, kenntnisreiches Gesamtporträt der spanischen Hauptstadt, die er in all ihren Winkeln sehr gut kennt.          

 

Leser   FC-BAYERN-Fans und Madrid-Touristen, Real Madrid-Anhänger, Literatur-Interessierte, die spanische Autoren mögen und eben Alfredo-di-Stefano-Freunde

 

Verlag:   MERIAN

 

Links Porträt di Stefano http://de.fifa.com/classicfootball/players/player=174499/

 

Einsam in den Bergen

René Laporte: Hôtel Solitude

Mancher, der die Einsamkeit sucht, flieht vor sich selbst. Wer dann – wir schreiben das Jahr 1942 – in Frankreich in den Bergen oberhalb von Monaco ein „seit unserem Unglück“ heruntergekommenes Hotel findet, das ihn als einzigen Gast aufnimmt, kann sich glücklich schätzen. Es wird „mittelmäßiges Essen“ serviert, das Haus hat bessere Tage gekannt. Selbst der spätere britische König Edward VII., damals noch Prince of Wales, hat hier regelmäßig verkehrt und andere Berühmtheiten setzen im Speisesaal ihr posthumes Leben fort.

 

Das alte Ehepaar, das dieses „Hôtel Solitude“ in dem Dorf La Turbie aufgebaut hat, lebt in der Vergangenheit, in den Erinnerungen an eine „belle époque“, die mit ihrem „Unglück“ verlorenging: schon Jahre vor dem Krieg war die Zahnradbahn, die auf den Berg hinaufführte, durch einen technischen Defekt unbrauchbar und nie wieder in Betrieb genommen worden. Dieser Ort ist die Sehnsuchts-Bühne für die 1944 erschienene Erzählung des vor 60 Jahren verstorbenen, hierzulande unbekannten René Laporte.

 

Ein deshalb aufschlussreicher biographischer Essay von François Quellet leitet das von Gabriela Zehnder einfühlsam übersetzte Buch ein.

Jérôme Bourdaine ist dieser einsame Gast, ein sich während des Krieges nutzlos vorkommender Bourgois, der dem anachronistischen Spielbetrieb in Monaco entflieht und diese hinter sich gelassene Welt von oben betrachtet. „Nie vor diesem Abend war Jérôme wirklich bewusst gewesen, was man in einer barbarischen, doch leider nur allzu präzisen Sprache Verdunkelung nennt“. Die wenigen Anspielungen auf den Krieg beziehen sich eher auf den Mangel – an Licht, Essen oder Wärme. Der Autor, der sich selbst in der Résistance engagierte, deutet das, was alle wissen, nur an. Dieser unausgesprochene Umgang mit der französischen Niederlage und der deutschen Besetzung erinnert an „Das Schweigen des Meeres“ von Vercors.

 

Aber hier geht es ja um ganz etwas anderes; denn die von Jérôme gesuchte Einsamkeit wird durch die Ankunft eines Paares mit dem slawischen Namen Sernitch gestört. Der Ehemann erscheint immer erst spät abends, tagsüber ist die junge Frau, knapp 30 Jahre alt, allein. Die Dinge nehmen ihren Lauf. Zoya ist eine in ihrem bisherigen Leben herumgestoßene Immigrantin aus Russland, ständig auf der Flucht, die bei ihrem tagsüber arbeitenden, ebenfalls aus Russland stammenden Mann Sicherheit gefunden hat.

 

Jérôme wirbt um Zoya nur mit halbem Erfolg: „Ich verbiete Ihnen nicht, mich zu lieben“, aber sie wird ihre „Sicherheit“ nicht aufgeben. Am Ende haben sie eine gemeinsame Nacht, in der Zoyas Ehemann nicht ins Hotel zurückkehrt. Aber Jérôme reist am nächsten Tag ab. Der  Hotelier von alter Schule sagt ihm zum Abschied: „Ich werde Madame Sernitch sagen, Monsieur sei zu seiner schwer kranken Mutter gerufen worden.“ Die alte Welt ersteht selbst in diesen Worten wieder, der Traum, alles sei wie früher. Die Zahnradbahn steht für die Welt „vor unserem Unglück“, und es besteht kein Zweifel, dass damit auch die größere Katastrophe gemeint ist. Ebenso wenig bestehen Zweifel daran, dass die Familie Sernitch im französischen Exil während des Krieges und der Besetzung völlig ungeschützt lebt. Ihre „Sicherheit“ darin besteht, dass der Ehemann täglich ins Casino geht. „Ich spiele nicht aus Leidenschaft, ich spiele um unseren Lebensunterhalt“ erfahren die Leser aus einer überraschenden Begegnung zwischen Jérôme und Herrn Sernitch.

 

Vieles ist spielerisch verschlüsselt in diesem zarten kleinen Stück französischer Literatur aus der schlimmen Zeit. Natürlich ist das eine bezaubernde Liebesgeschichte, die nicht in eine spießige Erfüllung mündet. Sicher ist es eine anmutige Zeitreise in eine nie mehr wiederkehrende Zeit. Und die „alpes maritimes“ oberhalb von Monaco sind keine schlechte Kulisse für ein paar Tage Melancholie in Zeiten des Krieges. Auf alle Fälle ist das „Hôtel Solitude“ eine schöne Entdeckung für deutsche Leser. Sie sollten aber das Haus auf ihrer nächsten Fahrt in den Süden nicht suchen; denn auch diese Zeit der Einsamkeit ist in den Bergen oberhalb von Monte Carlo passé.

 

Harald Loch

 

René Laporte: Hôtel Solitude   Roman

Aus dem Französischen von Gabriela Zehnder

Deutsche Erstausgabe bei dtv premium, München 2014             119 Seiten          13,90 Euro

 

Lissabon - Merian porträts

 

„Wer Lissabon nicht gesehen hat, hat nichts Schönes gesehen“, sagt ein portugiesisches Sprichwort. Was aber macht Lissabon so besonders? Es sind nicht nur die wunderschönen Fassaden, die verwinkelten Gassen und die belebten Plätze der Hafenstadt, sondern es sind vor allem die Menschen, die Lissabon prägen. Erst mit den Geschichten der Bewohner lässt sich das Lebensgefühl der Stadt verstehen. Denn was wäre Lissabon ohne Vasco da Gama, Fernando Pessoa oder Ana Salazar?

Das literarische Reisebuch MERIAN porträts zeichnet einen facettenreichen Einblick in Vergangenheit und Gegenwart, Kultur und Lebensgefühl Lissabons. Die Porträts werden durch Adressen ergänzt, die eine Stadterkundung auf den Spuren der porträtierten Personen ermöglichen.

Mit dem bunten Leineneinband, zahlreichen farbigen Abbildungen im Innenteil und einem Lesebändchen ist der Band ein stilvoller Lesegenuss. Das Buch richtet sich an alle, die nicht nur Lissabon, sondern auch schöne Bücher lieben.

 

Dieser Band umfasst Porträts von:

 

Antonius von Padua, Leonore Teles de Menezes, Heinrich der Seefahrer, Manuel I., Vasco da Gama, Luís de Camões, Sebastião José de Carvalho e Mello, Rafael Bordalo Pinheiro, Calouste Sarkis Gulbenkian, António de Oliveira Salazar, Fernando Pessoa, Maria Helena Vieira da Silva, Amália Rodrigues, José Saramago, Álvaro Siza Vieira, Ana Salazar, António Lobo Atunes, Eusébio, Mário Viegas, Pedro Ayres Magalhães.

 

Alle Titel der Reihe MERIAN porträts sind als gebundene Bücher mit Leineneinband sowie als E-Books erhältlich. Ausgezeichnet mit dem ITB-BuchAward als „Die Besondere Reiseführer-Reihe“!

Nordkorea - Unterwegs bei Dikatoren

Wie viele Touristen jährlich Nordkorea besuchen, lässt sich exakt sagen: wenige. Dabei hält so ein Urlaub im Reich von Kim Jong Un viele Überraschungen bereit: Autobahnen ohne Autos, Hotels, in denen der fünfte Stock fehlt, und ein Tänzchen an der gefährlichsten Grenze der Welt – zu den Klängen von "Tränen lügen nicht". Zusammen mit der kratzbürstigen Fotoreporterin Thanh Hoang ist Christian Eisert sechs Tage und 1.500 Kilometer durch die Demokratische Volksrepublik gereist. Mit gefälschten Biographien. Unter ständiger Beobachtung des Geheimdienstes. Und immer auf der Suche nach Kim Il Sungs legendärer regenbogenfarbener Wasserrutsche. Das Ergebnis ist einfach irre – und sehr komisch.

 

 

CHRISTIAN EISERT, geboren 1976 in Ostberlin, ist TV-Autor, Satiriker und Comedy-Coach. Er schreibt Gags, Sketche und Drehbücher u. a. für Harald Schmidt und die Fernsehshows Alfons und Gäste und Grünwald Freitagscomedy. Erste Erfahrungen mit Nordkorea sammelte er im Jahr 1988, als er an seiner Schule zu Ehren einer Gästedelegation aus Pjöngjang Arbeiterkampflieder sang.

 

Kritik

 

Titel   Christian Eisert Kim & Struppi Ferien in Nordkorea Ullstein exttra

 

Inhalt     Als getarnte Touristen hat Christian Eisert mit einer befreundeten Fotoreporterin Thanh Hoang eine Recherchereise nach Nordkorea unternommen. Auf der Suche nach einer bunten Kinder-Schwimmbadrutsche, die ihn einst als Kind beeindruckt hat, denn seine Schule hatte eine nordkoreanische Schule als Freundschaftspartner in der DDR. Sie blicken trotz Beobachtung durch den Geheimdienst hinter die Kulissen eines noch kommunistischen Diktatorensystems. Sie finden Autobahnen ohne Fahrzeuge, Hotel-Skelette, Eindrucksvolles und Wahnwitziges. Sie bringen 1500 Kilometer Strecke hinter sich in einem skurrilen Land, von dem man so wenig weiß. Ein komisches Reisebuch-geschrieben von einem Fernsehautor, der Gags für Comedy-Sendungen schreibt und Comedytalente schult.

 

Meinung  Ein Länderporträt, das durch seine präzise und humorvolle, mit Gags gespickte Sprache auffällt. Dialogisch, auch beschreibend, manchmal auch faktisch. Ein witziges Länderporträt, das auch für junge Leute geschrieben ist.

 

Autor   Christian Eisert ist 1976 in Ostberlin geboren, ist TV-Autor, Satiriker und Comedy-Coach.

 

Cover   Küstenbild von Korea mit Diktator Kim Jong Un aus der Kim-Dynastie, Titel auf roter Fahne

 

Gestaltung Paperback, bebilderter Reisebericht als Undercover-Autor mit aktualisierten Nachbemerkungen zum Terrorsystem Nordkorea

 

Zitat aus dem Buch    "Wir hatten unvergessliche Begegnungen, sahen bezaubernde Landschaften...Der Tanz im Grenzgebiet von Panmunjom gehört zu den drei größten Gänsehautmomenten meines Lebens."

 

Leser   Ewiglinke, Ewigrechte, Kommunismus-Forscher, Nord-und Südkoreaner, Nordkoreafans, Kabarettisten, Geographieschüler- und Lehrer

 

 Verlag: Ullstein extra

PRAG - die weibliche Stadt

Interview im Belgischen Rundfunk

Auf dem Buchmarkt ein neues Buch von Norbert Schreiber in der Reihe MERIAN porträts über Prag.

 

Die Reihe (Herausgegeben von Norbert Lewandowski)

 

literarische Reiseführer zu

 beliebten Metropolen

 

20 Biographien von

 Persönlichkeiten, die diese

 Städte geprägt haben

 

jounalistische Reportagen und Porträts

 

hochwertige Ausstattung: 

 Leineneinband und Lesebändchen

 

die perfekte Geschenkidee

 

Das neuartige Konzept der Merian Porträts:

Jede der großen Metropolen wird nicht nur von ihren Gebäuden und Straßenzügen geprägt, sondern in erster Linie von den Menschen, die in ihren Mauern leben und arbeiten. Von Persönlichkeiten, die in der Stadt geboren wurden, hier gestorben sind oder entscheidende Jahre verbracht haben. Diese Figuren machen die Aura, das kulturelle Ambiente einer Stadt aus.

Die Reihe MERIAN porträts stellt diese Menschen vor und lässt sie wie individuelle Reiseleiter die Besucher durch Historie und Gegenwart der jeweiligen Stadt begleiten. Sie führen den Leser direkt ins Innenleben des Reiseziels.

PRAG

 

176 Seiten Preis: 16,99 5 [d]/17,50 5 [a]/29,50 sFr

Format: 11,8 x 18,8 cm

Prag ist eine außergewöhnliche Stadt. Wegen der Bauten mit den goldenen Dächern und den unzähligen Brücken. Wegen der Türme und kleinen Gässchen. Wegen der Moldau, der Musik und der Menschen, die diese Stadt jahrhundertelang geprägt haben.

 

Das neue MERIAN-Buch „Prag – Eine Stadt in Biographien“ beschreibt Lebensgeschichten berühmter Prager Persönlichkeiten. Denn was wäre die Stadt ohne Bedřich Smetana und seine „Moldau“, ohne den geheimnisumwitterten Franz Kafka oder Meister-Regisseur Miloš Forman?

 

20 ausgewählte Biographien zeichnen ein lebendiges, historisches wie auch aktuelles Bild der Stadt. Der Leser wandelt auf spannenden Wegen und entdeckt bleibende Spuren. In jedem Kapitel werden zudem Adressen genannt, die eine individuelle Stadterkundung auf den Spuren der Bewohner möglich machen. Mit dem bunten Leineneinband, zahlreichen farbigen Abbildungen im Innenteil und einem Lesebändchen ist der Band ein stilvoller Lesegenuss. Das Buch richtet sich an alle, die nicht nur Prag, sondern auch schöne Bücher lieben.

 

Prag, der starke Magnet, der Reisende seit Jahrhunderten anzieht. MERIAN porträtslässt 20 Persönlichkeiten wie individuelle Reiseführer die Leser durch Vergangenheit und Gegenwart der Stadt begleiten. In Prag haben Komponisten ihre Meisterwerke geschrieben, haben Autoren Weltliteratur veröffentlicht und Staatsleute das Land in eine neue Zeit dirigiert.

 

Karl IV. sitzt als »Kaufmann auf dem Kaiserthron« und prägt das Gesicht der Stadt Prag. Da Ponte schreibt das Libretto für den Don Giovanni  an der Moldau  »Eine Flasche Tokajer zur Rechten, das Tintenfass in der Mitte und eine Dose Sevillaner Tabak zur Linken. «  Wolfgang Amadeus Mozart seufzt nach der Premiere: »Meine Prager, ja, die verstehen mich.« Judah Löw, Gelehrter oder faustischer Zauberlehrling, hat als jüdischer Frankenstein und Rabbi den Robotermenschen GOLEM aus Lehm erschaffen. Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, auch Wallenstein genannt, führt mit seiner Heeresmacht und seinem  unermesslichen Reichtum als Prager Kriege im Mittelalter und baut sich sein Palais.  Antonín Dvořáks »Symphonie aus der Neuen Welt« ertönt, als die Menschen zum ersten Mal den Mond betreten. Bedřich Smetanas  »Moldau« fließt unsterblich durch die Musikgeschichte. Sein Leben endet tragisch im Prager Irrenhaus.

 

Melde gehorsamst: Jaroslav Hašek schuf in Prag eine Figur der Weltliteratur: den braven Soldat »Schweijk«. »Prag lässt nicht los…«, schreibt der 19jährige Franz Kafka über die Stadt an der Moldau, »dieses Mütterchen hat Krallen«. Er wünscht sich weg und bleibt doch da - auf Lebenszeit. Hier wohnen Menschen, die »über dunkle Brücken gehen.« Sein Freund Max Brod rettet Kafkas Weltliteratur vor dem Feuer und wird »berühmt für das, was er nicht getan hat« (Peter Demetz). Edvard Beneš erinnert Deutsche an Flucht und Vertreibung. Egon Erwin Kisch, der rasende Reporter und Erfinder der literarischen Reportage, ist in Prag geboren und in Prag gestorben:  »Überall blieb er ein Prager«, schreibt seine journalistische Begleiterin Lenka Reinerová, die letzte Vertreterin der Pragerdeutschen Literatur.Alexander Dubčeks Name steht für den Prager Frühling und das Tauwetter im Kommunismus. Er meinte »...die Demokratie wurde unterdrückt... Demokratie und Sozialismus gehören zusammen...« und provoziert damit den Einmarsch der Sowjetarmee in Prag. Václav Havel, der erste demokratische Präsident, schreibt über seinen Amtsantritt: »Da saß ich nun in einer Burg. Ein Städtchen in der Stadt. Als ich dort ankam, war es ein totes Städtchen. Überall lungerten Geheimpolizisten herum. Ich sah Mauern und Gitter, Sperren, Kameras, Drähte, Mikrofone. Das alles haben wir rausgeworfen«. Emil Zátopek, die »tschechische Langstrecken-Lokomotive«, feierte seine Leichtathletik-Siege im Prager Strahovský Stadion. Der Prager Filmregisseur Miloš Forman ließ Jack Nicholson verrückt über das Kuckucksnest fliegen, den kichernden Leinwand-Mozart trieb er durch die Prager Pflastergassen, mit dem Langhaar-Musical »Hair« setzte der emigrierte Hollywood-Regisseur der Flowerpower-Generation ein rockpopiges Cineastendenkmal.

 

MERIAN porträts Eine Stadt in Biographien führt Pragbesucher an bekannte und unbekannte Plätze, in Stadtwinkel und Museen, in Straßenzüge und Gebäude, in Cafés und Filmstudios, auf Burgen und Brücken, in Kirchen und Kapellen, ins Foltermuseum und in Observatorien, in Gässchen, Palais und Theater, in Parks, Schwimmbäder und Kneipen, zu Denkmälern, in Klöster und Schwimmbäder. 

 

Der Autor

Norbert Schreiber wohnt in Bayern und arbeitet seit mehr als 40 Jahren als Journalist und Autor. Für die ARD war er seit 1970 als Korrespondent, Redakteur, Moderator und Reporter in den Programmbereichen Politik, Zeitgeschehen und Kultur tätig. Er veröffentlichte über zehn Bücher zu den Themen Demokratie, Europa, Russland, Tschechien. In seinen beiden Büchern über Lenka Reinerová und den Böhmerwald beschäftigte er sich auch mit Prag und dem deutsch-tschechischen Verhältnis. 

 

Mehr Informationen unter www.norbertschreiber.de 

Interviewanfragen unter Tel. 09922 8049994 oder NLSchreiber@t-online.de

 

AMAZON "...Verknüpfung von Sehenswürdigkeiten, Geschichte und Persönlichkieten der Stadt sehr gut gelungen, interessante Empfehlungen, auch wenn man Prag schon (einigermaßen) kennt..."

 

LOVELY BOOKS "Reiseberichte sind wunderbar. Die Merian porträts haben ein interessantes Konzept. Für jede Stadt dieser Reihe wurden 20 Persönlichkeiten ausgewählt und in einer Kurzbiographie dargestellt.So führt uns in dieser Prag-Biographie Norbert Schreiber durch das Leben von Wenzel von Böhmen, Jan Hus, Antonín Dvorák, Franz Kafka...

 

BUCHHANDLUNG PFOB"

"Der etwas andere Reiseführer. Festgemacht an den Biographien berühmter Menschen, die in dieser Stadt lebten. Wer möchte nicht auf Mozarts, Kafkas oder Havels Spuren Prag hautnah erleben?"

 

POWIDL
"Ein Porträt von 20 berühmten Pragern, angefangen von Wenzel bis hin zu Vaclav Havel. Das Buch gibt Einblick in die Historie Prags, in Form von amüsanten Anekdoten und vermittelt interessante Bezüge zu Gegenwart. Eine Pflichtlektüre für alle Pragliebhaber und jene die es noch werden wollen."

 

PASSAUER NEUE PRESSE

Der Reiseführer lässt die Menschen Prag aus einem neuen Blickwinkel entdecken

                                                             

 

222 Tipps für die heimliche Hauptstadt

Rüdiger Liedtke

Wussten Sie, dass Thomas Manns Braunbär zum Anfassen nah in München steht, dass Michael Jackson für immer an der Isar bleibt und dass es in München neben Hellabrunn einen zweiten Zoo gibt und ein Haus mit weit über 1.000 Gipsfiguren?

Interview mit dem Autor

 

 

1. Wie wählt man denn mit welcher Methode die 111 attraktivsten Sehenswürdigkeiten von München aus?

 

Man muss sich natürlich richtig gut auskennen in der Stadt, auch abseits aller touristischen Pfade. Dazu kommen Tipps und Ideen von Freunden, und vieles entdeckt man beim Durchstreifen der Stadt selbst neu. Es geht in dem Buch ja um das Skurrile, das Originelle, das Geheime hinter und neben den klassischen Touristenattraktionen. Eine andere Sicht auf die Stadt ist das, die aber nicht minder spannend ist.

 

2. Wie erklären Sie sich den Auflagenerfolg des Buches?

 

Das Buch hält 111 ungewöhnliche Orte bereit, größere und kleinere. Da gibt es immer eine Seite Text mit teils ungewöhnlichen Geschichten und ein markantes Foto. Eine übersichtliche Kost in kleineren Happen, spannend aufbereitet und gut verdaulich. Und die Sicht von außen ist entscheidend. Ich lebe als ehemaliger Münchner seit einigen Jahren in Köln, habe deshalb eine gewisse Distanz entwickelt, mir aber dadurch auch einen völlig neuen Blick auf die Stadt angeeignet. Weit weg von allen eingelaufenen Trampelpfaden, von der Alltagsroutine, mit der man die eigene Stadt vielfach wahrnimmt. 

 

3. Welche drei Sehenswürdigkeiten Münchens lieben Sie am meisten?

 

Es gibt unendlich viele kleine und große Attraktionen in München. Wenn ich drei populärere Orte nennen soll, dann könnten das der Kopf der Bavaria sein, der Walking Man in der Leopoldstraße oder die Surfer vom Eisbach. Oder der Monaco Franze an der Münchner Freiheit, die Goldene Bar im Haus der Kunst oder die Hofbräuhaus-Kunstmühle, die letzte ihrer Art in der Stadt. 

 

4. Was war für Sie neu bei der Recherche- haben Sie selbst Neues entdeckt?

 

Viele attraktive Orte entdeckt man nicht auf Anhieb. Man stößt zufällig auf sie oder bekommt einen Hinweis. Und von diesen Orten hat München reichlich zu bieten. Orte der Vergangenheit, der Stadtgeschichte, aus Kunst und Architektur. Aber auch viele neue lohnende Sehenswürdigkeiten, von hervorragenden Großskulpturen, extravaganter Kunst am Bau, schrägen Lokalitäten und unglaublichen Museen.

 

5. Sie haben auch 111 Tipps für Mallorca gegeben- haben Sie weitere Buchpläne in dieser erfolgreichen Reihe?

 

In die Geschichte Mallorcas mit ihren unendlich vielen Facetten richtig einzutauchen, war mir ein besonderes Vergnügen. Ich kenne diese hinreißende Insel seit vielen Jahren, habe sie aber im Zuge der Recherche für das Buch noch einmal von ganz anderen Seiten kennengelernt. Diese Landschaft, diese Menschen. Das war wirklich spannend. Man muss zu den Orten, die man für ein solches Buchprojekt auswählt, einen starken Bezug haben, eine innere Bindung. Wenn die fehlt, spürt das der Leser.

 

mehr

 

Verlag

 

http://www.emons-verlag.de/programm/111-orte-in-muenchen-die-man-gesehen-haben-muss