Die Unterwegs-Literatur

Für Leute, die es nie zu Hause aushalten - warum auch immer

Von Menschen und Abenteurern

Titel Rainer Wieland Das Buch des Reisens. Von den Seefahrern der Antike zu den Abenteurern unserer Zeit Propyläen

 

Autor Rainer Wieland, geboren 1968 in Weißenburg/Bayern, studierte Literaturwissenschaften, Geschichte und Publizistik. Unter der Herausgeberschaft von Hans Magnus Enzensberger arbeitete er viele Jahre als Lektor der renommierten Anderen Bibliothek, in der auch seine Auswahl aus »Diderots Enzyklopädie« erschien (Neuausgabe 2013). Heute lebt er als freiberuflicher Lektor, Herausgeber und Autor in Berlin. 

 

Inhalt Geschichte und Geschichten über das Reisen in aller Welt, 69 Reiseberichte aus 2500 Jahren, mit westlich- europäischem Blick editiert
Gestaltung sehr aufwändig, wunderbar illustriert, gutes, teures Papier, auf dem Buch-Niveau der ANDEREN BIBLIOTHEK editiert, Schrift Mrs Eaves, mit Unterstützung des Museums für Kunst und Geschichte, Verzeichnis der Bild- und Textquellen, Danksagung, Literaturverzeichnis, editorische Notiz, im Vor- und Nachsatz Weltkarten

 

Cover Fluggerät mit Mensch

 

Zitat “Seit es uns Menschen gibt, sind wir unterwegs.“
 
Meinung  Der Mensch ist rastlos. Nie bleibt er auf seinem Stuhl endlos sitzen oder hält sich in einem Raum längerfristig auf, nein er ist mobil und reist. Dieser Grunddisposition des homo sapiens verdanken wir eine Reihe von unglaublich interessanten Reiseberichten von Völkerwanderungen und Eroberungsfeldzügen, von antiken Seefahrern und Entdeckungsreisenden, von Kreuzzügen, Pilgerfahrten, Handelsreisen, Forschungsexpeditionen mit dem Schiff, der Eisenbahn, den ersten Fluggeräten. 

 

Schon der chinesische Mönch Hsüan Tsang machte sich im 7. Jahrhundert auf nach Indien, Herodot nach Ägypten. Alexander reiste als Eroberer, Barbarossa als Kreuzfahrer. Magellan umsegelte die Welt, Kolumbus entdeckte ein zweites Mal Amerika, Heinrich Heine liebte die Nordsee, Goethe Rom und Fontane die Spreewaldlandschaft. 
Montaigne brachte es mal wieder philosophisch auf den Punkt: „Ich bin unterwegs, um unterwegs zu sein.“ 

 

Natürlich fahren wir mit Forster und Captain Cook um die Welt, unter der Porta Popolo war sich Goethe gewiss „Rom zu haben“. Piranhas, Tiger, Krokodile setzten Humboldt bei der Fahrt auf dem Orinoco zu. Seume treibt sich in Syrakus herum. 

 

Fünf Jahre dauert es bis Darwin die Welt umsegelt hat. Victor Hugo ist mit einer Rheinfahrt zufrieden. Andersen erlebt das Eisenbahnfieber. Dickens kutschiert durch Frankreich. Alexander Dumas hat sich den Kaukasus als Reiseziel ausgesucht. Mark Twain wird Hawaiianer. Sogar die Schritte auf dem Mond haben ein Kapitel gefunden. 
Eine faszinierende Auswahl an Reiseberichten, packende Erzählungen vom menschlichen ewigen Abenteurertum. 

 

Ein Beweis dafür, dass Verlage auch noch schöne, aufwändige, gut in der Hand liegende dicke Bücher machen können, die von ihrer Gestalt her ein Beweis dafür sind, dass virtuellen Abenteuern buchstäblich das Handliche fehlt. Das schönste Buch des Bücherherbstes, wenn nicht sogar des Jahres 2015. Kaufen! Lesen! Behalten und ein zweites Exemplar Verschenken!

 

Leser Pauschalreisende, Traumschiff-Bucher, ICE-Ticketinhaber, Bahncard-Kunden, S-Bahn-Pendler und alle, die das Abenteuer UNTERWEGS noch wirklich lieben.
 
 
 
Pressestimmen

 

http://www.fr-online.de/reise/-buch-des-reisens--frueher-und-heute---warum-die-menschen-reisen,1472792,32629220.html
 
"Man möchte es unbedingt als Reiselektüre empfehlen." 
Der Tagesspiegel, 13.12.2015
 
"Die alternativlose Alternative zum elektronischen Lesen." 
KREUZER-Leipzig, 01.12.2015
 
"Das Schöne ist, dass man alle fünf bis sechs Seiten in eine andere Welt eintaucht." 
Neue Westfälische Zeitung, Anke Groenewold, 21.11.2015
 
"Lesevergnügen pur. Auch ästhetisch ist das liebevoll gestaltetet Buch ein Genuss."
Das Magazin, Anke Groenewold, 21.11.2015
 
"Eine spannend zu lesende Geschichte des Reisens - und kunstvoll gestaltet."
Südkurier, Siegmund Kopitzki, 14.11.2015
 
"Unter den vielen Anthologien über das Reisen fällt dieser schön gestaltete und reich illustrierte Band auf." Kölner Stadt-Anzeiger, 06.11.2015
 
 

Gustave Flaubert und Maxime Du Camp:        „Über Felder und Strände“

„Nie konnten sie glauben, dass wir Herren waren, die zu ihrer persönlichen Erholung zu Fuß durch die Lande zogen; das erschien ihnen unerhört, absurd. Etwas Unbegreifliches, Widersprüchliches, Geheimnisvolles steckte in uns, und wir erschreckten sie fast, so merkwürdig kamen wir ihnen vor.“ Es sind Bretonen, die über die beiden jungen Schriftsteller staunen: Gustave Flaubert und sein Freund Maxime du Camp machen sich im Sommer 1847 auf, die Bretagne zu Fuß zu entdecken. Sie fangen ihre Wanderung im Süden an, halten sich meist an der Küste und gehen „Über Felder und Strände“ – so der Titel ihrer jetzt erstmals vollständig auf Deutsch veröffentlichten gemeinsamen Reiseberichte. Sie sind Mitte Zwanzig, haben erste literarische Arbeiten verfasst und eine glänzende Zukunft vor sich. Im Schatten von „Madame Bovary“ oder der „Éducation sentimentale“ sind die Reiseberichte aus der Bretagne in Deutschland lange links liegengelassen worden – zu Unrecht! Welcher Reichtum erschließt sich aus den Beobachtungen der Freunde, welch schöne Impressionen vermitteln sich dem Leser, wie viel Geschichte und Kultur, wie viele Menschen der Bretagne lernt der Leser kennen!

 

Drei Monate sind sie unterwegs. Sie haben Zeit und Flaubert braucht diesen Abstand, um den Verlust seines Vaters und seiner geliebten Schwester zu verwinden. Auf der Wanderung befreit er sich von den Bedrückungen und schafft die Voraussetzungen für sein späteres großes Werk. Einiges liegt bereits in der Schublade. Vorerst lassen die Gefährten die Bretagne auf sich wirken. Sie schreiben darüber und werden den aus gemeinsamem Erleben entstandenen Text später für getrennte Veröffentlichungen aufteilen. Später werden sie zu dem gemeinschaftlichen Buch wieder zusammengeführt, als das sie von Anfang an gemeint waren. Flaubert erfindet für den Stil der Berichte eine eigene Bezeichnung: „gesungene Prosa“.

 

Später wird er an seine Geliebte Louise Colet schreiben, der Stil solle „rhythmisch wie ein Vers, präzise wie die Sprache der Wissenschaft, mit dem Wogen und Brummen eines Cellos, mit sprühenden Feuergarben einem in den Kopf fahren wie ein Dolchstoß und bei dem das Denken auf glatten Flächen dahinsegelt wie wenn man in einem Boot mit gutem Rückenwind dahinsaust“. So anspruchsvoll entsteht auch dieser  Reisebericht. So „unerhört“ es auch für die Arbeitenden in der Bretagne sein mag, dass zwei Müßiggänger für sich hingingen - „und nichts zu suchen, das war ihr Sinn“ -, so „absurd“ das Unterfangen den Bretonen vorkommt, so literarisch setzen Gustave Flaubert und Maxime Du Camp ihre in vollen Zügen genossene Freiheit um.

 

Dabei sparen sie nicht mit Kritik. Manche Herberge ist eigentlich unbewohnbar, manches Essen nicht genießbar und manche Kirche einfach hässlich. Die meisten Bretonen sprechen noch kein Französisch.

 

Die Natur ist – hier bei Saint-Malo - überwältigend und inspiriert zur schönsten gesungenen Prosa: „Der Himmel war rosig, das Meer still und der Wind eingeschlafen. Nicht eine Falte kräuselte die reglose Fläche des Ozeans, welche die untergehende Sonne mit ihrem Gold überschüttete; bläulich nur an den Seiten und dort gleichsam im Nebel verdunstend, war das Meer sonst überall rot und noch feuriger hinten am Horizont, wo sich, so weit man sehen konnte, ein langer Purpurstreifen erstreckte. Die Sonne hatte ihre Strahlen nicht mehr; sie waren von ihrem Antlitz gefallen, und ihr Licht im Wasser verschüttend, schienen sie darauf zu schwimmen.“ Selbst für die „Tugendhaftigkeit“ der bretonischen  Mädchen haben die Wanderer ein Ohr, wenn ein Lehrer und ein Gastwirt in seiner Schänke „einhellig erklären, dass die bretonischen jungen Mädchen gerne hinter den Hecken und auf den Strohballen Gott Amor ihr Opfer brächten“.

 

Neun Jahre später wird Du Camp in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift „La Revue de Paris“ Flauberts „Madame Bovary“ veröffentlichen und den Staatsanwalt wegen „Verherrlichung des Ehebruchs“ auf den Plan rufen. Die Weltliteratur ist um eines ihrer großen Werke bereichert. Die literarische Kraft dazu hatte Flaubert auf seine Wanderungen „Über Felder und Strände“ auf seiner Reise in die Bretagne geschöpft.

 

Johanna Reinicke

 

Gustave Flaubert und Maxime Du Camp:
Über Felder und Strände. Eine Reise in die Bretagne

Aus dem Französischen von Cornelia Hasting

Dörlemann, Zürich 2016  Leinen   447 Seiten   35 Euro

AFRIKA, mon amour

Titel Astrid MacMillian AFRIKA Fernab erlebt Reihe Road Trip Band 1 Das K-Wagnis: Von Karlsruhe nach Kapstadt  Band 2: Das K-Wagnis:  Von Kapstadt über Khartum nach Karlsruhe 

Der kleine Buch Verlag

 

Autor Astrid MacMillian, 1979 geboren unterrichtet an einem Gymnasium in der Nähe von Karlsruhe. Sie studierte und lehrte Deutsch, Französisch und Spanisch in Mainz, Freiburg, Paris, Straßburg und Mexiko. Während ihres Sabbatjahrs in Afrika schrieb sie auch wöchentliche Reiseberichte für die Badischen Neuesten Nachrichten.

 

Gestaltung Paperbacks Band 1,  323 Seiten, Band 2 251 Seiten, Kapitel orientieren sich an den Reiserouten Im Band 1 geht es um West- und Zentralafrika, im Band 2 um Ost und Nordostafrika mit Zwischenstation in Khartum. Mit über 50 Farbfotos, mit großer Karte zum Nachverfolgen der Tour.

 

Cover Jeep in der Savanne, Jeep im Fluss

 

Zitat “Auch wir müssen wieder los.“
 

Meinung  Wer eine Reise unternimmt, der kann was erleben, wer den Kontinent Afrika durchquert, der erlebt so viel, dass er das Erlebte in zwei handliche Reisebücher stecken kann, die voller Abenteuer sind. Astrid und Loyal machen sich auf zu einer Gewalttour durch Afrika mit einer Sehnsucht für Afrika, mit Träumen und Gefühlen im Gepäck.

Ein Diavortrag über eine Fahrradreise durch Afrika hat die Autorin derart fasziniert und gefangen genommen, dass eine Obsession daraus entstanden ist, die Länder Afrikas zu durchqueren. Ob mühsame Reisevorbereitungen, unterwegs  wilde Tiere als Nachbarn, Schlammmassen nach Regenfällen, trockene Wüsten, Wasserknappheit, korrupte Zöllner, fiebrige Krankheiten, fremde kulturelle Regeln und Verhaltensweisen, elende Wartezeiten an Grenzen. Das alles sind unvergessliche Erlebnisse auf dieser Gewalttour.

 

Politische Beobachtungen fließen mit ein, zum Beispiel: Europa wird mit weiteren Flüchtlingsströmen rechnen müssen. Man muss Extreme aushalten und Geduld aufbringen können, um all die Strapazen einigermaßen zu überleben, zum Beispiel bei über 50 Grad, warum braucht man Ohrstöpsel gegen Insektenlärm, wie begegnet man unerwarteten Regengüsse, wie verkraftet es der Besucher, wenn er Schlachtszenen ertragen muss. Wie entwickelt man Geduld, wenn Beamte ihre Macht demonstrieren, wie sind kulturellen Unterschiede, die nerven,  zu bewerten? Muss man Angst vor Nigeria oder dem Sudan haben?

 

Viele Fragen, viele Antworten, ein spannendes Leseabenteuer, farbig bebildert und farbig geschildert. Für die Autorin steht fest: „Es ist die Reise meines Lebens.“

 

Leser für alle Afrikainteressierten ohne Reiseinteresse  und als Reisevorbereitung geeignet für Nachahmer!

NEPAL ACHT - Der Weg hat ein Ziel

Titel Dieter Glogowski NEPAL ACHT. Der Weg hat ein Ziel. Mit Texten von Franz Binder. Frederking und Thaler

 

Autor Dieter Glogowski arbeitet seit 30 Jahre als Himalaya-Fotograf. Sein neuestes Buch und die  Multivisons-Show „NEPAL – Acht, Der Weg hat ein Ziel“ ist ein Meisterwerk aus fotografischer Kunst und journalistischer Reportage. Dieter Glogowski gehört zu den etabliertesten Multimedia-Referenten im deutschsprachigen Raum. Er arbeitet als freier TV- und Fotojournalist mit dem Schwerpunktthema Himalaya-Region. Weitere Informationen zu seinen Projekten und dem aktuellem Tourneeplan unter: www.dieter-glogowski.de

 

Franz Binder lebt und arbeitet als freier Schriftsteller, Fotograf und Grafiker in München und hat bislang ca. 25 Bücher in verschiedenen Verlagen im Bereich Belletristik und Sachbuch, darunter zwei Romane und mehrere Bildbände über den tibetischen Kulturkreis und Zentralasien veröffentlicht.

 

Inhalt Dieter Glogowski pilgerte nach Verlagsangaben aus dem Pressematerial mit hinduistischen Sadhus durch Nepal, trotz der eisigen Winterkälte „auf dem gefrorenen Fluss“ in Zanskar, durchquerte das ehemalige Königreich Ladakh, umrundete Tibets heiligen Berg Kailash, überraschte mit nachhaltigen Reportagen aus Bhutan, verfolgte die Spuren Alexandra David-Neels in Sikkim. Der tibetische Abt und Rinpoche Chökyi Nyima segnet Dieter Glogowskis acht Kupferplatten mit den acht tibetischen Glücksymbolen, die zu jedem Achttausender gebracht werden sollen. Überbracht werden die Platten von jeweils einem Protagonisten, der die Vielfalt der nepalesischen Kultur und Region widerspiegelt. So umrundete Glogowski mit dem Sadhu Shiva Das den Dhaulagiri, reiste zum Annapurna mit zwei nepalesischen Schamanen, und erkundete den Manaslu mit dem buddhistischen Mönch Kesang. An den 8.000ern Everest, Cho Oyo und Lothse übergaben die drei Sherpa-Protagonisten die heiligen Platten, die dem Zuschauer einen tiefen Einblick in die Kultur des Kumbu Gebietes geben. (aus dem Pressematerial)

Gestaltung Farbiger Bildband in aufwendigem Druck und Gestaltung wie von Frederking und Thaler mit Garantie immer zu erwarten und eingelöst. Doppelseitenfotos, 18 Kapitel mit Vorwort, Nachwort und Glossar, Extrakapitel vom ZEN-Meister Willigis Jäger, Reise- und Fotografie-Empfehlungen, Einzelkapitel zu den Auswirkungen des Erdbebens in Kathmandu

 

Cover Ein Gläubiger sitzt in kontemplativer Haltung mit tibetanischen Glückssymbolen in der  Bergwelt des Himalaya-Gebietes

 

Zitat „Was ich nicht gelernt habe, habe ich mir erwandert!“ (Wilhelm von Humboldt) und „Es gibt Wichtigeres im Leben als beständig die Geschwindigkeit zu erhöhen.“ Mahatma Ghandi

 

Meinung  Vom Frühjahr 2011 bis Herbst 2015, also fünf Jahre lang, organisiert Dieter Glogowski 16 Reisen nach Nepal. Seine Wegstrecke führt ihn entlang an den Bergmassiven des Dhaulagiri, Annapurna, Manaslu, Cho Oyo, Everest, Lothse, Makkalu und endet im äußersten Osten am Achttausendermassiv des Kanchenchönga. Ich war selbst für eine Trekking-Tour im Annapurna-Gebiet, kenne also einen kleinen Teil des Himalayagebietes. Nepal ist das Land der tausend Gesichter.

Wir sehen die atemberaubende Natur der Bergmassive, lernen buddhistische Lebensweisheiten kennen, finden einzigartige Kulturschätze und begegnen Menschen, die ihr Land und die Natur lieben und mit Armut auch glücklich zurechtkommen. Der Autor ist auch auf Glückssuche. Dieses Buch ist eine Art Himalaya-und Nepalbilanz seiner vielen Reisen und es soll auch sein letztes Buch über diese Region der Erde werden.

 

Seine Reise in die Bergwelt ist auch eine Reise ins Innere, eine Reise zu sich, ins eigene Selbst. Eine Fliegerweisheit lautet: „Es gibt viele Steine in den Wolken von Nepal“. Aber irgendwie findet man dort, in den höchsten Höhen dieser Erde auch die Seele der Welt. Mit diesem Buch  „NEPAL ACHT“ schließt Glogowski den Lebenskreis seiner 30-jährigen Tätigkeit als Nepal-Fotograf.

 

Dieses Buch hat eine aufwändige Vorbereitungsphase:  1.400km West-Ost-Durchquerung Nepals, entlang aller acht 8.000er Bergriesen. Dabei entdecken der Fotograf und sein Texter Franz Binder die Langsamkeit mit Laotse. Zwar findet man heute in Nepal in Kathmandu das Weltkulturerbe mit seinen Tempeln und Kultstätten in Trümmern, denn ein Erdbeben der Stärke 7,8 hat die Region nahe der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu bis in die Grundfesten erschüttert. Mehr als 8900 Menschen waren gestorben, über 20 000 verletzt. Diese Entwicklung fassen die beiden Autoren vor allem textlich. Doch sie entdecken auch Tröstliches und bedenkenswerte Lebensweisheiten zum Beispiel die fünf Vorsätze für den Tag von Mahatma Ghandi:

 

Ich will bei der Wahrheit bleiben

Ich will mich keiner Ungerechtigkeit beugen.

Ich will frei sein von Furcht.

Ich will keine Gewalt anwenden.

Ich will in jedem zuerst das Gute sehen.

 

Ein eindrucksvolles, packendes, herausragend gestaltetes Buch für jene, die schon in der Region waren und für jene, die sie noch entdecken wollen.

 

Leser Opfer der beschleunigten Welt und Nepal-Fans

Nepal Trekking

Highlights Irland - 50 Ziele zum ansteuern

Ich komme gerade aus Irland zurück von einer zweiwöchigen Reise, ausgehend von Dublin in den Westen Irlands. Als ich wieder zuhause bin und die Koffer ausgepackt habe nehme ich wieder das Buch HIGHLIGHTS IRLAND. Die 50 Ziele, die sie gesehen haben sollten (BRUCKMANN) zur Hand und blättere darin. Ich will einige Bilder noch einmal ansehen und Texte wieder lesen, nachdem ich das Land am Atlantik kennengelernt habe. Zum ersten Mal konkret, früher schon einmal in Bölls Irischem Tagebuch.

In der Aufschlags-Innenseite ein doppelseitiges Fotos von den Cliffs of Moher, unvergesslich das Erlebnis mit und ohne Nebel, auf den Wanderwegen unterwegs und auf dem Boot die Klippen ansteuernd. Ich höre noch die Möwenschreie im Ohr und sehe die Papageientaucher flitzen.

 

Seltsam, auf der  zweiten Seite des Buches ein Schaf, ich habe nur wenige Herden gesehen, war ich in den falschen Regionen? Ich habe Dublin, Galway, Clifden, Doolin, Limerick, den Ring of Kerry und Cork besucht, den BURREN und vor allem die Region CLARE. Schafherden sah ich fast keine, Kuhherden dagegen unzählige. Eine Übersichtskarte macht mir klar, wo die 50 Topziele Irlands liegen.

Nur einige kann ich ansteuern, schon in den Reiseplänen hat mir dieses Buch geholfen, denn pro Ziel werden auf einer Doppelseite, natürlich in Farbe drei bis vier Fotos gezeigt, eine Karte vergegenwärtigt die Lage des Ziels, im Textvorspann wird das Wesentliche zusammengefasst, in der rechten Spalte sind weitere Ziele und Informationen verpackt, sowie Hinweise für die Nutzung des Internets gegeben.

 

Eine Pub-Tour durch Dublin, der besuch des trinity College, Spaziergänge auf den Spuren der irischen Literatur, Steinzeiterlebnisse in New Grange, Delphine beobachten am Shannon, Fish and Chips essen in Cork, einen irischen Musikwettbewerb in Killrush in der örtlichen Schule anhören, einen Trip in den Nationalpark Killarny, ein Besuch im Visitors Center der Cliffs of Moher und diverse Wanderungen dort, Steine zählen im Nationalpark Burren, ein Bier trinken in Galway, all diese Erlebnisse werden unvergesslich sein. Ich höre ihn noch, den Fiddler im Pub in Dublin, der seine Geige traktiert als wäre er der uneheliche Sohn Niccolò Paganinis.

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Die Fotos dieses Buches sind sorgsam ausgewählt, die Texte informativ, das Buch ist zu schwer, um des im Rucksack mitzunehmen, aber es ist bestens geeignet für die Reiseplanung und auch für die Erinnerungszeit danach. Irland ein Lebensgefühl...oder wie der irische Nationaldichter William Butler Yeats es ausgedrückt hat: „...die Träume breit ich` aus vor deinen Füßen. Tritt leicht darauf, du trittst auf meine Träume.“ 

Pfälzerwald und Nordvogesen

Pfälzerwald u. Nordvogesen Freizeitführer

 

Titel Pfälzerwald und Nordvogesen MERIAN aktiv. 77 Ideen für die freie Zeit Travelhouse media

 

Autor Anja Bech

 

Gestaltung Handliches Reiseführerformat für die Jackeninnentasche, Einband innen vorne Kartenmaterial aus vier Regionen, Einleitungskapitel, 77 Ausflüge und Tipps, Gut zu wissen-Kapitel am Schluss enthält Veranstaltungskalender, Praktisches und Wissenswertes, einen Quickfinder  sowie zu Guter Letzt, Pfälzer Spezialitäten, das Impressum, Umschlagseite hinten Öffentliches Nahverkehrsnetz und eine Straßenkarte

 

Cover Jugendliche im Freizeitpark

 

Zitat “Ein Paradies für Naturfreunde.“
 

Meinung  Als bekennender Pfälzer, der zwar in Bayern lebt, aber immer wieder seine traumhafte Heimat besucht, bietet dieser Reiseführer aus der Kategorie Freizeit-Tipps immer noch Überraschungen. Denn die Kombination Pfälzerwald und Nordvogesen ist zwar nicht außergewöhnlich für den Einheimischen, aber der Großraum bietet eben unendliche Freizeit- und Urlaubsmöglichkeiten in vier verschiedenen Urlaubsregionen. Ein Auto ist jedoch vonnöten oder gute Kenntnisse in der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, der in der Region ausgezeichnet ausgebaut ist. Außergewöhnliches gilt es zu entdecken, ein Werksbesuch in der Schokoladenfabrik, Wanderreiten in der Grenzregion, ein Mühlenradweg, Festungsanlagen aus dem Krieg, Besuch im Fußballstadion Betzenberg, deutsches Schuhmuseum, mit der Dampflok ins Elmsteiner Tal, eine deutschfranzösische Radtour. Kurzum: die Empfehlungen sind empfehlenswert.

 

Leser Rad- und Weinfreunde, Wanderfans und Waldbegeisterte

Wo uns grüßt das Murmeltier: Karwendel und Co

Kritik

 

Titel Michael Pröttel Karwendel und Wetterstein. Die 40 schönsten Touren. Mit gps-Daten zum Download. Bruckmanns Wanderführer

 

Autor Der Diplomgeograf Michael Pröttel, geboren 1965, ist tätig als Journalist und Fotograf, u.a. für die Zeitschrift Bergsteiger. Die historischen und geografischen Besonderheiten europäischer Gebirgslandschaften sind seine Leidenschaft. Er ist Vorsitzender der Alpenschutzorganisation MOUNTAIN WILDERNESS Deutschland. Deshalb ist ihm ein möglichst naturverträglicher Bergsport wichtig.

 

Cover Panoramablick von der Birkkarspitze

 

Zitat aus dem Buch: „Quasi vor den Toren Münchens liegen mit dem Wetterstein und dem Karwendelgebirge zwei Tourengebiete, wie man sie sich schöner und abwechslungsreicher kaum vorstellen kann.“

Inhalt 40 Tourenbeschreibungen mit Kilometer- und Zeitangaben, Register und Impressum

 

Gestaltung Einband innen, Piktogramm-Erklärungen z.B. Gehzeiten, Höhenunterschiede, leichte, schwere oder mittelschwere Tour, Hinweis auf den Online-Service. Ausgeklappte Innenseite Übersichtskarte der Touren, Einleitung mit der Übersicht zu den Tourenvorschlägen, farblich unterschieden, mit Kilometer- und Stundenangaben, Einleitungskapitel über Geografie und Geologie,  Klima, Flora und Fauna,  Highlights, Tipps und Infos für unterwegs, die jeweiligen Touren bieten den Wegeverlauf, eine kompakte Angabe zum Weg, zu den Höheunterscheiden sowie eine Übersichtskarte, sehr eindrucksvolle doppelseitige und einseitige farbige Fotos zu den Touren.

 

Meinung Ein kompakter, praktischer, handlicher Tourenführer, der in jede Jacken-Innentasche passt. Sehr übersichtlich gestaltet, farbig voneinander abgesetzt, so dass man einen schnellen Überblick bekommt. Es fällt besonders auf, dass die geografischen und geologischen Kenntnisse eines Diplomgeografen einfließen. Wir lernen Gesteinsformationen und Gebirgs-Charakteristiken kennen. Auch das Flora/Fauna-Kapitel ist lehrreich und informativ. Natürlich empfiehlt der Autor die Anreise für die Tourengebiete mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein sehr überzeugendes Wanderführer-Konzept – mit Tipps für Touren-Erweiterungsmöglichkeiten und Internethinweisen. Ein Muss für jeden Tourengeher und Wanderfreund, der die Berge erst jetzt entdeckt, aber auch für alten Hasen und Berg-Fexe.

 

Leser Alle Wanderbegeisterten vor allem aus dem Münchner und oberbayerischen Raum

Typen und Touren im Bayerischen Wald

WALD UND WUNDER  für Waidler und Weitgereiste empfiehlt die Autorin Simone Kuhnt in ihrem neuen Buch der Reihe 66 Lieblingsplätze und 11 Ausflüge über die Grenze des Gmeiner Verlages, das jetzt erschienen ist. Der Obertitel: Typen und Touren im Bayerischen Wald.

 

Im Bayerischen Wald  lebt der Luchs, hier pflegen die Bayerwäldler die uralten Schachten- Hochweiden. Natur pur! Natur wild! Natur zum Erleben! Brauchtum, Kunst und Kultur sind auch in dem bebilderten Reiseführer zu finden.  Simone Kuhnt nimmt die Leser zum Further Drachenstich mit, geht mit ihnen ins Fischledermuseum in Viechtach, zum Nepal-Pavillon in Wiesent und zum Konzerthaus in Blaibach. Wir klettern in Kaitersbach, lernen die Arnbrucker Sonnenwarte kennen, wandern zum Arber, Typen und Touren  im nördlichen, mittleren  und südlichen Bayerischen Wald. Ob zu Besuch beim Waldpropheten, im Haus zur Wildnis, in den unterirdischen Gängen, in verschwundenen Dörfern oder im Auswanderer-Museum, selten hat man ein vielfarbigeres, bunteres BAYERWALD-Panorama erlebt als in diesem Buch, das dem Einheimischen und den „Fremden“ viel Neues bietet. Neben 66 persönlichen Porträts besonderer Orte und Menschen schlägt die Autorin auch 11 Ausflüge ins benachbarte Südböhmen und Oberösterreich vor. Die Texte sind kurz und kurzweilig, die Fotos vielfarbig und eindrucksvoll.

 

Simone Kuhnt wurde 1980 in Passau geboren und studierte dort Kulturwirtschaft. Nach einem Praktikum im Tourismusmarketing in Peru machte sie ein Volontariat bei der Passauer Neuen Presse. Seit 2009 arbeitet sie in ihrer Heimatstadt freiberuflich als Texterin und Journalistin. Simone Kuhnt war schon als Kind mit ihrer Familie regelmäßig im Bayerischen Wald unterwegs. Sie entdeckt gern Neues und freut sich, wenn auch berufliche Termine sie in den „Woid“ verschlagen. Sei es zu ihren Auftraggebern oder zu den Orten und Menschen, über die sie recherchiert.

Irland - die grüngrüne Insel

Titel Fritz Dressler Werner Skrentny IRLAND. Wilde Küsten, grünes Land Bruckmann

 

Autor Fritz Dressler, 1937 geboren, studierte bei Otto Steinert Fotografie, danach Architektur bei Joseph Lucas und Jupp Ernst. Ab 1968 Mitarbeit bei Frei Otto während des Beginns der Arbeiten für die Münchner Olympiabauten mit den Architekten von Behnisch & Partner. Er übernahm mehr und mehr fotografische und filmische Aufgaben. 1975 Berufung an die Hochschule für Gestaltung in Bremen, jetzt HBK (Hochschule für Künste). Fritz Dressler wurde Entwurfsprofessor mit Schwerpunkten für Fotografie und »Bewegte Bilder«. Er veröffentlichte Kalender, Reiseführer und über einhundert Bildbände in verschiedenen Verlagen,  ein großer Teil davon im Bucher und im Bruckmann Verlag. Er erhielt für Bücher und Kalender im Laufe der Jahre zwölfmal den Kodak-Preis.

 

Werner Skrentny, geboren 1949, arbeitet als Redakteur und seit 1977 als freier Autor. Er veröffentlichte zur Stadt- und Sozialgeschichte, arbeitete an Ausstellungen mit und ist Autor mehrerer Reiseführer und Bildbände. Zahlreiche ausgedehnte Reisen führten ihn nach Irland. Der Autor ist Hamburger.

 

Gestaltung Bildband-Format,  großformatige auch zweiseitige Farbfotos, Reisebeschreibungen und Tipps. Acht Einzelkapitel zu den Themen: Ewige Hügel, bezaubernde Täler, Dublin, den Westen der Insel, Counties Cork und Kerry, den Nordwesten, Nordirland, fünf Routenpläne und Hinweise zu Menschen, Orten und Begriffen.

Zitat aus dem Buch: „Irlands Menschen sind sterblich und vergänglich, doch seine Hügel dauern ewig.“ George Bernard Shaw (1856-1950)

 

Inhalt Bildband mit Fotos und Texten, Länderporträt Irland

 

Meinung Ob die wilden Steilküsten zum Wandern einladen, mystische Bergruinen und Castles zum Besuch bitten, verträumte Flusslandschaften uns anlocken, an ihren Ufern zu sitzen und zu träumen, Irland ist die Insel der unzähligen Grüns und Brauns und Graus. Wohin das Auge reicht: Natur pur! Ob Steilküsten oder Flachstrände, einsame Fischerdörfer oder die pulsierende Metropole Dublin, der Sog Irlands bedeutet: Da muss ich hin, da will ich gewesen sein, davon möchte ich meinen Freunden erzählen, diese Landschaft will ich auf Fotos bannen, diese Menschen möchte ich kennenlernen, in einem Pub bei einem Bier oder Whiskey ihr komisches Irisch hören oder der fiedelnden Geige lauschen, die Irish Folk zum Besten gibt. Attraktive Bilder, ausgewogen groß-und kleinformatig, aufschlussreiche Texte  übersichtliche Karten.  Es ist unmöglich von dieser Insel und diesem Buch nicht fasziniert zu sein.

 

Leser Heinrich Böll-Irland-Tagebuch-Leser, James Joyce-Freunde,  Dubliners, Irland-Tracking-Fans, Naturburschen und -mädels

 

Verlag: Bruckmann

Pack die Badehose ein...DIE ADRIA

Titel       Uwe Rada. Die Wiederentdeckung eines Sehnsuchtsortes. Pantheon.

 

Inhalt    Die Adria – das Mittelmeer, Italien und das alte Jugoslawien waren die Sehnsuchtsorte der Wirtschaftswunder-Generation, als die Pizza noch nicht emigriert war. Ob Campingplatz oder Billighotel, die Adria war und ist Familien-Urlaubsland. Uwe Rada legt eine Kulturgeschichte der neuen und alten Mittelmeerregion vor, nach Ländern und Landschaften sortiert. Mit einem Blick in die Geschichte und mit Reportagen sowie Fotos illustriert.

 

Autor  Uwe Rada ist Redakteur der taz und Buchautor. Er lebt in Berlin. Osteuropa liegt ihm am Herzen. Zuletzt veröffentlichte er ein Buch über die Elbe.

 

Lesart Ob Im Urlaub als „Dabei-Buch“ oder zu Hause als „Urlaubs-Planungsunterlage“ findet der Leser in den ADRIA-Porträts von Uwe Rada ein in klarer und ausgezeichnet lesbarer Sprache formuliertes kulturgeschichtlich fundiertes Panorama-Buch, eine Art Cinemascope-Bild einer europäischen Region, die auch ohne Hilfe von Hauptstädten schneller zusammenwächst als manchem Nationalisten lieb ist. Ein Buch, das man intensiv von vorne bis hinten verschlingt, aber auch kapitelweise nutzen kann, je nach regionalen Interessen.

 

Cover Balkon-Ballustrade mit Stechpalmen und Blick aufs Meer

 

Gestaltung 18 Kapitel sind die Struktur des Buches. Das Panorama reicht vom Teutonengrill in Rimini, über die Adria in der Antike und im Mittelalter, den sechs Anrainerstaaten - die Mittelmeerländer Italien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Montenegro und Albanien bis zu einer lesenswerten Chronologie und wertvollen Tipps zum Weiterlesen. Farbig eindrucksvoll bebildert.

 

Zitat: „Das Beispiel Istrien zeigt auch, dass die Topographie von Zentrum oder Peripherie auch eine Konstruktion ist. Wer will, kann sich aus der Randlage emporarbeiten, hinaufsteigen auf den Berg, der hinter dem Meer liegt und ein Hinterland entdecken, dass einem Anschluss bietet an eine andere Welt - auch wenn dort vor noch nicht allzu langer Zeit der Krieg getobt hat. Oder den Blick auf die Gegenküste richten, den kein Eiserner Vorhang mehr verstellt. Ja, die Adria war und ist eine Brücke zwischen Okzident und Orient, an ihr schied sich einst die christliche von der islamischen Welt. Über die Adria können sie aber auch wieder zusammenwachsen.“

 

Meinung  Dieses Buch ist der Beweis, dass eine kulturgeschichtliche Betrachtung einer Region kein langweiliges Stück Literatur sein muss. Uwe Rada bringt uns das Mittelmeer mit seinen Worten so nahe wie ein Fotograf. Er zoomt Regionen heran, stellt einzelne Bilder besonders scharf, macht dort, wo es sich lohnt viele Einzelaufnahmen. Mit seinem Blick in die Geschichte der Mittelmeerländer sehen wir sepiafarbene Beschreibungen der Antike und des Mittelalters, aber auch heutige hochaktuelle Closeup-Aufnahmen über das Nachkriegsjugoslawien, das in die einzelnen Länder zerfallen ist. Uwe Rada gelingt es sehr gut, seine persönlichen Erlebnisse in farbige Reportagen zu packen und nahtlos zwischen den Zeiten der Geschichte, zwischen gestern heute und morgen hin-und her zu pendeln. So fängt er das ’O sole mio-Gefühl ein, das Lust macht sofort wieder zu verreisen, erst recht in grauen Herbst-und Wintertagen, dann ist dieses Buch im wahrsten Sinne „erhellend“.

 

Leser Italien- und Jugo-Fans, Istrien- und Dalmatienyachtler, Inselfreunde, Kieselstrandläufer, Camping-Gurus, Pizza- und Ćevapčići Esser, Rotweintrinker, Neckermänner und Tui-Passagiere.

 

Medien

http://www.youtube.com/watch?v=ea5xQaU48bM

Interview mit Uwe Rada

Warum ist die Adria ein Sehnsuchtsort, welche Sehnsüchte werden

denn da geweckt?

 

Anders als das Mittelmeer hat die Adria ein Image, das immer noch vom Teutonengrill geprägt ist. Doch die Adria ist mehr als Rimini und "Hausmeisterstrand". In Apulien stehen die Burgen des Stauferkaisers Friedrich II., Triest war einst der Zugang Wiens zum Meer, und in Abbazia verkehrten die Schönen und Reichen. Diese Sehnsuchtsorte nach einer fernen Vergangenheit kontrastieren recht spannungsreich mit der Gegenwart.

 

 Gibt es für Sie eine Art Lieblingsregion?

 

Es ist Istrien. Trotz der Konflikte und der Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Halbinsel jedem Nationalismus verweigert.

Heute ist Istrien ein Beispiel für das Zusammenleben von Kroaten, Slowenen und Italienern, ein Stück kosmopolitische Adria, die für andere Regionen Vorbild sein kann.

 

Rund um die Adria ist Europa mehr zusammengewachsen als anderswo, warum?

 

Sie dürfen nicht vergessen, dass bis 1989 mitten durch die Adria der Eiserne Vorhang verlief. Zwischen dem Nato-Mitglied Griechenland und Albanien lagen nur zwei Kilometer. Hinzu kam das blutige Auseinanderfallen Jugoslawiens in den neunziger Jahren. Doch das ist Geschichte. Neue Beziehungen entstehen, nicht nur in Istrien, sondern auch zwischen Apulien und Albanien.

 

Es gab mal die Idee die Adriaanrainer-Staaten als eine Art

Untereuropa zu einigen?  

 

Gerade erst hat die Europäische Union eine neue "makroregionale Strategie Adria" aufgelegt. Mit von der Partie sind vier EU-Mitglieder und vier Nicht-EU-Mitglieder. Das ist der Job, den Brüssel macht. Über den Tourismus und zivilgesellschaftliche Kooperationen kann die Adriaregion auch von unten zusammenwachsen.

 

 Sind die Kriegswunden in Kroatien und Bosnien-Herzegowina geheilt?

 

In Dubrovnik ist die Erinnerung an den Beschuss vom Dezember 1991 noch sehr wach. Und auch in Neum, dem bosnischen Zipfel an der Adria, gibt es noch zahlreiche Kriegsspuren. Mit dem Beitritt Kroatiens zur EU und dem Beginn der Beitrittsverhandlungen mit Serbien ist aber eine europäische Lösung sichtbar. Eine Aufarbeitung der Kriegsursachen und des jeweiligen Anteils an der Eskalation steht aber noch aus. Hier müssten die EU-Programme auch sehr viel mehr Kultur und grenzüberschreitende Aktivitäten fördern.

Wo Dünen gerne wandern...

 

Titel Viel Meer. Nordfriesische Inseln und Halligen. Wellen, Wind und Weitblick Gmeiner

 

Inhalt Andrea Reidt beschreibt 66 Lieblingsplätze und elf Ausflüge in Nordfriesland. Sie besucht Sylt, Amrum, Föhr, Nordstrand, die Halligen, Pellworm

 

Autor Andrea Reidt, geboren 1956 in Gütersloh, wuchs in Frankreich auf und wurde als Kind mehrmals in den Sommerferien auf die ostfriesische Insel Spiekeroog ›verschickt‹. Nach Sylt und Nordfriesland reiste sie erstmals 1998 in 17 stündiger Autofahrt, weil ihre beiden asthmatischen Kleinkinder dem Reizklima ausgesetzt werden sollten. Seitdem hat die Familie noch keinen nordfriesischen Sommer ausgelassen, nach dem Motto: Nie ohne oben! Neben ihrer Tätigkeit für eine Stiftung publiziert die Journalistin Reiseführer über das Allgäu und Frankreich, kulturgeschichtliche Essays, Reisereportagen und Porträts.

 

Cover Leuchtturm in der Wanderdüne vor hellblauem Himmel

 

Die Lieblingsplätze machen eine Druckseite aus, leserfreundlich auf der rechten Seite und links dazu passend eine farbige Fotografie. Eindrucksvolle Bilder, gute grafische Gestaltung

 

Zitat: „Auf meinen Reisen habe ich besondere Menschen getroffen, abenteuerliche Geschichten gehört und viel Neues gelernt.“

 

Meinung  Man spürt die Liebe der Autorin zu dieser sehr deutschen, sehr gesunden und faszinierenden Landschaft Deutschlands. Flach, stürmisch, packend! So sind auch die einfühlsamen Texte, die animieren die Lieblingsplätze zu besuchen. Die Auswahl und Mischung der POIs – der points of interest, der Lieblingsplätze ist passend, für jeden Touristen, aber auch den Naturliebhaber sind Tipps dabei.

 

Leser Für Dünenfreunde und Wellenreiter, Muschelsucher, Schiffbrüchige und Erholungssuchende sehr geeignet

 

Rom und dolce (?) Vita

Titel Pier Paolo Pasolini Rom, Rom Wagenbach

 

Inhalt Wagenbach nennt das Buch von Pasolini einen „anderen Baedecker“ und  ja, man muss als Romreisender dieses Rote Salto-Büchlein in der Tasche haben. Dieses Reportagenbuch atmet Rom ein und aus. Rom wird zwischen seinen Zeilen lebendig. Es ist eine zarte Liebeserklärung an die ewige Stadt und ihre Bewohner. Es sind die unteren Schichten der Fischverkäufer und Kastanienröster die Pasolini liebevoll beschreibt. Ihren Kampf im Alltag um das Überleben in einer auch grausamen Metropole. Sie wollen mit allen möglichen Tricks ein bisschen Geld verdienen. Pasolini beschreibt die Stadt in Anmut und Armut, eine „Stadt der Lebensängste und Zukunftsträume, der Überlebenstaktiken und des Dolce Vita“, wie uns das Vorwort verspricht.

 

Autor Pier Paolo Pasolini, 1922 in Bologna geboren, war Schriftsteller, Filmregisseur, Journalist und Kritiker. Er lebte in Casarsa (Friaul), verlor wegen »obszöner Handlungen in der Öffentlichkeit« seine Stelle als Lehrer und zog 1950 nach Rom. Mit dem Roman »Ragazzi di Vita« (1955) erlangte er große Bekanntheit in Italien, wo er zu den wichtigsten und streitbarsten Intellektuellen seiner Zeit gehört. Pasolini wurde 1975 in Ostia ermordet. Eine lesenswerte Biographie zu Pier Paolo Pasolini finden Sie hier.

 

Lesart Es ist eine lebendige Bildersprache, die uns in den Reportagen entgegenkommt. Man liest die Zeilen und sofort entsteht ein farbiges Bild Roms. Pasolini ist genauer Beobachter und nimmt uns mit in die Straßen Roms, als hätte er uns untergehakt und versprochen: Komm ich zeig dir Rom, wie es wirklich ist.

 

Cover Tiberbrücke mit Flussansicht, ein Boot dümpelt in der Mitte des Flusses, der Blick ist auf die Engelsburg ausgerichtet.

 

Gestaltung Neun Erzählungen umfasst das 117 Seiten kleine SALTO-Bändchen. Eine Kurz-Biographie, editorische Notizen und der Bildnachweis schließen das Erzählungsbuch ab.

 

Zitat: „Der Ameisenhaufen lag verlassen da. Und in der Makellosigkeit dieses Augenblicks die herrliche Fahraufnahme, ein Rundblick: Panoramaansichten aus der Luft, die Abhänge des Kapitols- hügels, der von stechender Sonne durchtränkt wird, hart gegen die Sonne steht: Gogol, Goethe, Stendhal, Seneca, Gide, welch blühender Reichtum. Die Wimpern vom Licht ein wenig ausgetrocknet, mit übersäuertem Magen und angeschwollenen Waden: aber in die Membran des Gehirns hat sich wie auf ein unbelichtetes Negativ die vollkommene und zertrümmerte Architektur eingeprägt...“

 

Meinung  Pasolini schreibt dieses Buch in den frühen fünfziger Jahren. Bald arbeitet er auch schon mit an Drehbüchern für Fellini. Ab 1961 dreht Pasolini selbst Filme. Pasolini ist ein Mann der Kultur-und Gesellschaftskritik. Seine Filme ziehen Prozesse nach sich. Mit dem umstrittenen Streifen „Die 120 Tage von Sodom“ setzt sich Pasolini ein Filmdenkmal. Die Aufführung des Films erlebt er nicht mehr, in der Nacht vom 1. auf den 2. September 1975 wird Pasolini ermordet. Die Todesumstände bleiben bis heute unklar und sollen demnächst neu aufgerollt werden. Dieser Erzählband nimmt uns mit in das Rom der Fünfziger, in das arme Rom. („Millionäre haben keine Phantasie.“) Wer Röstkastanien und Chrysanthemen verkauft, wird die Erfolgsleiter des Lebens nicht besonders hoch hinaufsteigen. Es ist das Rom der Halbwüchsigen, das uns Pasolini so anschaulich beschreibt. Und wir als Leser blicken wie durch ein Kamera-Auge auf die ewige Stadt.

 

Leser Alle, die Rom besuchen wollen, Rom besucht haben, Italienfreunde, Pasolinifans, vor allem der Journalisten-Nachwuchs, in diesem Buch kann man lernen, wie das Leben erzählt werden muss.

 

Pasolini Roma

Die Ausstellung „PASOLINI ROMA“ beschäftigt sich mit dem italienischen Schriftsteller und Filmemacher Pier Paolo Pasolini (1922 – 1975) mit Blick auf seine Beziehungen zu Rom. Pasolini in Rom: das heißt Poesie, Politik, Begeisterung für das Großstadtleben, Sex, Freundschaft und Kino.

 

Pier Paolo Pasolini ist eine der herausragenden und schillerndsten Persönlichkeiten des intellektuellen Europas der Nachkriegszeit. Als Lyriker in der Sprache seiner friaulischen Heimat, als Autor von Romanen und kulturkritisch-politischen Essays und Kolumnen, als Regisseur polarisierender Filme, aber auch als Zeichner und Maler richtete sich sein Blick in erster Linie auf zeitlose, archaische Themen: das Schicksal des Menschen, das bäuerliche Leben, die Religion, die Sexualität, der Tod. Dabei bewegte er sich stets außerhalb gängiger Normen, fand Bilder von außergewöhnlicher Klarheit und Schärfe und wurde dabei zum größten Provokateur der italienischen Gesellschaft.

Veranstalter Berliner Festspiele.
 

Links

www.pasoliniroma.com

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Pier_Paolo_Pasolini

Für S- und U-Bahnen geeignet

Kritik

 

Titel Klaus Wagenbach Störung im Betriebsablauf. 77 kurze Geschichten für den öffentlichen Nahverkehr. Wagenbach  

 

Autor Klaus Wagenbach, Alt-Verleger des Wagenbach Verlages, liebt Italien, lebt auch dort und vor allem im Berliner Nahverkehr.

 

Cover U-Bahnlinien zeigen die Strecken der S-Bahn in Berlin

 

Zitat aus dem Buch: "Die Untergrundbahn ist ein wesentliches Kennzeichen der Großstadt. Oben auf der Straße ist kein Platz mehr für die Menschen“ Reporterlegende Egon Erwin Kisch

 

Inhalt Wagenbach ist Fan des öffentlichen Nahverkehrs. Statt iPhone trägt er bei Fahrten in U und S-Bahn deutschsprachige Literatur mit sich herum. Aus den letzten Jahrzehnten deutschsprachiger Literatur hat er ungewöhnliche und seltsame Geschichten gesammelt, die auf Kurz- und Langstrecken die Warte- bzw. Fahrzeit vertreiben. Auch über plötzliche Fahrscheinkontrollen oder längeren Fahrten übers Land aber auch bei Lokführerstreiks helfen sie die Zeit zu verkürzen. Ein Loblied auf kurze Geschichten und den öffentlichen Nahverkehr.

 

Meinung Das Buch ist eine Streckenhilfe, wer die Autoren sind, wird zunächst nicht verraten, sondern im Anhang ausgewiesen. Man kann also auch rätseln. Die Autoren reichen von Aichinger bis Wondraschek, von Becker, Bernhard und Böll über Kluge und Kunert bis zu Widmer.. Ein Klug und witzig zusammengestelltes Buch, das zum 50. Geburtstag des Verlages Wagenbach erschienen ist und Lust auf Literatur macht. Kaufen! Einstecken! Blättern! Lesen!

 

Leser Streikende Lokführer und betroffene Fahrgäste, Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs, Studenten und Lehrlinge, Professoren und Beamte des Berliner Regierungsbetriebs, Literaturfans, Rätselfreunde, U-Bahn-Kontrolleure und alle Computer- und Internetnutzer, die mit iPhone und iPad, Laptops und anderem elektronischen Zeugs Inhalte in vollen Zügen genießen.  Seien sie nun Windows- oder Applefans oder Leser von ebooks.

 

Verlag: Wagenbach

La MER

 

Dieter Richter: Das Meer – Geschichte der ältesten Landschaft

 

Das schöne Wort „Landschaft“ hat einen anheimelnden Klang, mit ihm verbinden sich Natur, Erholung, wohl auch Frieden. Sie ist die vom Menschen wahrgenommene bildhafte Erscheinung der Erdoberfläche. „Geschichte“ ist die vom Menschen erforschte Vergangenheit – wahlweise auch eine Art Erzählung oder beides. Der Kulturwissenschaftler Dieter Richter schreibt in seinem Coffee-table-Essay „Das Meer“, genauer: vorzugsweise das Mittelmeer und erzählt einen Teil der „Geschichte der ältesten Landschaft“. Es ist das Meer das Odysseus befuhr, über das Poseidon herrschte,  das Rom mit seinen Kolonien verband, das den Reichtum der Handelsstadt Venedig begründete und an dessen Rändern sich Millionen Nord- und Mitteleuropäer  seit hundert Jahren der Sonne und weniger dem salzhaltigen Wasser aussetzen. Richter hat Altphilologie und Theologie studiert, war 32 Jahre lang Professor für kritische Literaturgeschichte in Bremen und lebt u.a. in Süditalien. Sein Buch passt in das Programm des Verlages Wagenbach, der in den letzten 50 Jahren so viel für die Vermittlung der italienischen Literatur in Deutschland getan hat. Es lebt von der Preisgabe des umfassenden Wissens über die Beziehungen zwischen Mensch und Meer, über das sein Autor gebietet. Diese Beziehungen reflektiert Richter in seinem Buch eher anhand künstlerischer Ausdrucksformen als nach den Bedingungen der Arbeits- oder Handelswelt, die eine andere Geschichte erforderten. Malerei, Literatur und Musik drücken diese älteste Landschaft vielfältig aus. Der Philosoph  kommt bei Richter eher zu Wort als der Geologe, der U-Boot-Kommandant oder der Astronom.  Das ist alles schön erzählt, gebildet geplaudert, macht Appetit auf "mehr Meer", weniger auf eine Kreuzfahrt. Vielleicht auch noch auf das Wieder-Lesen der unendlich reichhaltigen Literatur, die das Meer zum Protagonisten macht, zum Besuch von Museen, in denen das Meer oder seine schönste „Muse“ Galathea wie bei Raffael abgebildet ist und lässt einen vielleicht romantische Seestücke aus Schottland wieder hören.  Das Buch erschließt Zusammenhänge, nach denen der See-Urlauber nie gefragt hat. Alte Mythen werden wiederbelebt und irgendwie auch aktualisiert. Vielleicht kommt die raue Seite etwas zu kurz, wird ein bisschen zu wenig problematisiert, was andernorts geschieht, wenn der Meeresspiegel klimabedingt weiter steigt. Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ oder Mendelssohns „Meeresstille und glückliche Fahrt“ sind in dieser schönen „Geschichte der ältesten Landschaft“ wichtiger als ein Tsunami oder die Skagerrak-Schlacht. Wer den „Heringsberichterstatter“ des isländischen Rundfunks in diesem Buch vermisst, wird aber schnell merken, dass ein gebildetes, auf hohem Niveau unterhaltendes und schön bebildertes Buch über das Meer erst dann wirklich gut ist, wenn es dessen Unendlichkeit jenseits des beschränkten Horizonts jeder Enzyklopädie ahnen lässt.

 

Harald Loch

 

Dieter Richter: Das Meer – Geschichte der ältesten Landschaft

Wagenbach, Berlin 2014   240 Seiten mit vielen Abbildungen  24,90 Euro

BIERologie

Das Bier. Eine Geschichte von Hopfen und Malz

 

Rechtzeitig zum Oktoberfest, dem weltweit beachteten Signal, dass Bier in Bayern Volksnahrungsmittel ist, erscheint ein lebensmittelgeschichtliches Standardwerk im Format einer kleinen Maß. Auf 128 Seiten erfährt der Leser alles Wesentliche darüber, wie Bier heute gebraut wird, aus welchen Rohstoffen es entsteht, welche Prozesse bei seiner Herstellung durchlaufen werden und in welcher „Verpackung“ es mittlerweile an den Biertrinker gelangt. Auf dieser Grundlage kann der Leser die vieltausendjährige Geschichte des Bieres nachvollziehen, die den Hauptteil des flüssig zu lesenden Buches ausmacht. Erste archäologische Funde weisen auf China, die frühesten schriftlichen Zeugnisse sind aus dem Gebiet des heutigen Irak und Syrien überliefert. Sie sind über 5000 Jahre alt.

 

Die beiden Autoren durchmessen eine Kulturgeschichte des Bieres, die viele Aspekte berücksichtigt. Die Voraussetzungen der Landwirtschaft für die Bereitstellung geeigneter Getreidesorten, die Frage, wie die notwendige Gärung in Gang gesetzt wurde, welche Gefäße zur Herstellung und Aufbewahrung benutzt wurden. Zwischen Kult und Feier, Genuss und Lebensmittel, zwischen Rausch und Vitaminspender auf längeren Seefahrten – viele Facetten der Biergeschichte bieten interessante Querverbindungen zu Agrar-, Technik- und sogar über die Klosterbrauereien zur Religionsgeschichte. Zunehmend wurden ökonomische Aspekte wichtig. Eine wichtige Markierung in der Geschichte des Bieres ist die Verwendung des Hopfens, die von slawischen Braugewohnheiten nach Mitteleuropa übernommen wurde. Der Übergang vom Hausbrau zur handwerklichen Bierherstellung bis zu den industriell arbeitenden Großbrauereien der Gegenwart wird historisch eingeordnet. Der stetig steigende Anteil des Kostenfaktors Vertrieb und Marketing und der internationale Bierhandel prägen das Bild der Gegenwart.

 

Die beiden Autoren sind gewissermaßen mit Bier getauft: Franz Meußdoerffer stammt aus einer alten fränkischen Bauer- und Mälzerfamilie. Seit über 10 Jahren ist er Professor für Geschichte des Bierbrauens an der TU München in Weihenstephan. An derselben Hochschule lehrt der promovierte Brauer und Mälzer Martin Zarnkow Brauwesen. Vielleicht ist es dieser engen Verbindung zum Bier geschuldet, dass die unbestreitbaren gesundheitlichen Vorzüge dieses Volksgetränks im Vordergrund, der Charakter des alkoholhaltigen Genussmittels als Suchtgetränkt eher vernachlässigt werden. Man sollte das Bier nur in „Maßen“ trinken – wie es in München ja üblich ist. Immerhin wird nicht nur erläutert, wie der Alkohol ins Bier kommt, sondern wie man ihn auch wieder herausbekommt – eine moderne Errungenschaft.

 

In Kürze feiert das Reinheitsgebot sein 500-jähriges Bestehen. Das ist für die Autoren Anlass auch die lebensmittelrechtliche Seite des Bierbrauens, die steuerrechtliche Behandlung des Bieres und die europäische Entwicklung zu behandeln. Auf knappem Raum stellen die Autoren eine interessante, viele Aspekte und auch Randbereiche streifende kleine Enzyklopädie des Bieres dar. Ihr Buch könnte eine Entwicklung vom Volksfest „Biertrinken“ zum Volkssport „Lesen“ begleiten.

 

Harald Loch

 

Franz Meußdoerffer und Martin Zarnkow

Das Bier. Eine Geschichte von Hopfen und Malz

C.H. Beck Wissen, München 2014   128 Seiten   8,95  Euro

Madrid - die imperiale Stadt


Dieses Foto von Santiago-Bernabéu-Stadion wurde von TripAdvisor zur Verfügung gestellt

Kritik

 

Titel   Wolfhart Berg MADRID Eine Stadt in Biographien

 

Autor  Wolfhart Berg ist in Königsberg geboren. Als Journalist leitete er die Münchner ABENDZEITUNG und das Frauenblatt BRIGITTE. In Madrid arbeitete er sieben Jahr für spanische Zeitschriften als Chefredakteur und Herausgeber. Sein heutiger Wohnsitz ist Hamburg.

 

Cover   Die Namen der Porträtierten zieren den in Rot gehaltenen Buchumschlag

 

Buchgestaltung    Sehr gutes Papier, aufwendig gedruckt, Einleitungstext des Herausgebers Norbert Lewandowski. 20 Einzelkapitel mit einer Zeitachse "Auf einen Blick" und einer Orientierungskarte.

 

Zitat aus dem Buch:    Über Jorge Semprun: "Wenn du die Wahl hast nicht vor einem SS-Mann zu kapitulieren, um eine zusätzliche Brotration zu bekommen, dann bist Du frei!"

 

Meinung    In meiner Jugendzeit war ich ein glühender Kicker-Verehrer von Alfredo di Stefano, dem legendärer Fußballstar von Real Madrid. Wolfhart Berg widmet ihm ein eigenes Kapitel. Di Stefano – der unsterbliche Stürmerstar des weißen Fussball-Baletts. Ein königlicher Verein, dem die republikanischen Bayern im Championsleague-Spiel nun den legendären Rang ablaufen wollen. 600 000 registrierte Clubfans, 3000 offizielle Fanclubs, Umsatz 514 Millionen Euro. Mit Zidane, Beckham und Ronaldo beschäftigten die Madrilenen die Weltstars des Fußballs. Ob diesmal wieder Hunderttausende Madridistas zur Statue der Fruchtbarkeitsgötting in Madrid pilgern, um die Statue zu berühren und vielleicht Don Alfredo dort zu treffen. Ob Könige  (Carlos I, Juan Carlos I und Felipe II), Maler (Francisco de Goya) Schriftsteller (José Ortega Y Gasset, Frederico García Lorca, Jorge Semprun), Politiker (González) bis hin zum Hollywoodstar Javier Bardem und noch viel mehr üppigen Porträts im Buch gelingt Wolfhart Berg ein illustres, volksnahes, einfühlsames, kenntnisreiches Gesamtporträt der spanischen Hauptstadt, die er in all ihren Winkeln sehr gut kennt.          

 

Leser   FC-BAYERN-Fans und Madrid-Touristen, Real Madrid-Anhänger, Literatur-Interessierte, die spanische Autoren mögen und eben Alfredo-di-Stefano-Freunde

 

Verlag:   MERIAN

 

Links Porträt di Stefano http://de.fifa.com/classicfootball/players/player=174499/

 

Einsam in den Bergen

René Laporte: Hôtel Solitude

Mancher, der die Einsamkeit sucht, flieht vor sich selbst. Wer dann – wir schreiben das Jahr 1942 – in Frankreich in den Bergen oberhalb von Monaco ein „seit unserem Unglück“ heruntergekommenes Hotel findet, das ihn als einzigen Gast aufnimmt, kann sich glücklich schätzen. Es wird „mittelmäßiges Essen“ serviert, das Haus hat bessere Tage gekannt. Selbst der spätere britische König Edward VII., damals noch Prince of Wales, hat hier regelmäßig verkehrt und andere Berühmtheiten setzen im Speisesaal ihr posthumes Leben fort.

 

Das alte Ehepaar, das dieses „Hôtel Solitude“ in dem Dorf La Turbie aufgebaut hat, lebt in der Vergangenheit, in den Erinnerungen an eine „belle époque“, die mit ihrem „Unglück“ verlorenging: schon Jahre vor dem Krieg war die Zahnradbahn, die auf den Berg hinaufführte, durch einen technischen Defekt unbrauchbar und nie wieder in Betrieb genommen worden. Dieser Ort ist die Sehnsuchts-Bühne für die 1944 erschienene Erzählung des vor 60 Jahren verstorbenen, hierzulande unbekannten René Laporte.

 

Ein deshalb aufschlussreicher biographischer Essay von François Quellet leitet das von Gabriela Zehnder einfühlsam übersetzte Buch ein.

 

Jérôme Bourdaine ist dieser einsame Gast, ein sich während des Krieges nutzlos vorkommender Bourgois, der dem anachronistischen Spielbetrieb in Monaco entflieht und diese hinter sich gelassene Welt von oben betrachtet. „Nie vor diesem Abend war Jérôme wirklich bewusst gewesen, was man in einer barbarischen, doch leider nur allzu präzisen Sprache Verdunkelung nennt“. Die wenigen Anspielungen auf den Krieg beziehen sich eher auf den Mangel – an Licht, Essen oder Wärme. Der Autor, der sich selbst in der Résistance engagierte, deutet das, was alle wissen, nur an. Dieser unausgesprochene Umgang mit der französischen Niederlage und der deutschen Besetzung erinnert an „Das Schweigen des Meeres“ von Vercors.

 

Aber hier geht es ja um ganz etwas anderes; denn die von Jérôme gesuchte Einsamkeit wird durch die Ankunft eines Paares mit dem slawischen Namen Sernitch gestört. Der Ehemann erscheint immer erst spät abends, tagsüber ist die junge Frau, knapp 30 Jahre alt, allein. Die Dinge nehmen ihren Lauf. Zoya ist eine in ihrem bisherigen Leben herumgestoßene Immigrantin aus Russland, ständig auf der Flucht, die bei ihrem tagsüber arbeitenden, ebenfalls aus Russland stammenden Mann Sicherheit gefunden hat.

 

Jérôme wirbt um Zoya nur mit halbem Erfolg: „Ich verbiete Ihnen nicht, mich zu lieben“, aber sie wird ihre „Sicherheit“ nicht aufgeben. Am Ende haben sie eine gemeinsame Nacht, in der Zoyas Ehemann nicht ins Hotel zurückkehrt. Aber Jérôme reist am nächsten Tag ab. Der  Hotelier von alter Schule sagt ihm zum Abschied: „Ich werde Madame Sernitch sagen, Monsieur sei zu seiner schwer kranken Mutter gerufen worden.“ Die alte Welt ersteht selbst in diesen Worten wieder, der Traum, alles sei wie früher. Die Zahnradbahn steht für die Welt „vor unserem Unglück“, und es besteht kein Zweifel, dass damit auch die größere Katastrophe gemeint ist. Ebenso wenig bestehen Zweifel daran, dass die Familie Sernitch im französischen Exil während des Krieges und der Besetzung völlig ungeschützt lebt. Ihre „Sicherheit“ darin besteht, dass der Ehemann täglich ins Casino geht. „Ich spiele nicht aus Leidenschaft, ich spiele um unseren Lebensunterhalt“ erfahren die Leser aus einer überraschenden Begegnung zwischen Jérôme und Herrn Sernitch.

 

Vieles ist spielerisch verschlüsselt in diesem zarten kleinen Stück französischer Literatur aus der schlimmen Zeit. Natürlich ist das eine bezaubernde Liebesgeschichte, die nicht in eine spießige Erfüllung mündet. Sicher ist es eine anmutige Zeitreise in eine nie mehr wiederkehrende Zeit. Und die „alpes maritimes“ oberhalb von Monaco sind keine schlechte Kulisse für ein paar Tage Melancholie in Zeiten des Krieges. Auf alle Fälle ist das „Hôtel Solitude“ eine schöne Entdeckung für deutsche Leser. Sie sollten aber das Haus auf ihrer nächsten Fahrt in den Süden nicht suchen; denn auch diese Zeit der Einsamkeit ist in den Bergen oberhalb von Monte Carlo passé.

 

Harald Loch

 

René Laporte: Hôtel Solitude   Roman

Aus dem Französischen von Gabriela Zehnder

Deutsche Erstausgabe bei dtv premium, München 2014             119 Seiten          13,90 Euro

 

Lissabon - Merian porträts

 

„Wer Lissabon nicht gesehen hat, hat nichts Schönes gesehen“, sagt ein portugiesisches Sprichwort. Was aber macht Lissabon so besonders? Es sind nicht nur die wunderschönen Fassaden, die verwinkelten Gassen und die belebten Plätze der Hafenstadt, sondern es sind vor allem die Menschen, die Lissabon prägen. Erst mit den Geschichten der Bewohner lässt sich das Lebensgefühl der Stadt verstehen. Denn was wäre Lissabon ohne Vasco da Gama, Fernando Pessoa oder Ana Salazar?

Das literarische Reisebuch MERIAN porträts zeichnet einen facettenreichen Einblick in Vergangenheit und Gegenwart, Kultur und Lebensgefühl Lissabons. Die Porträts werden durch Adressen ergänzt, die eine Stadterkundung auf den Spuren der porträtierten Personen ermöglichen.

Mit dem bunten Leineneinband, zahlreichen farbigen Abbildungen im Innenteil und einem Lesebändchen ist der Band ein stilvoller Lesegenuss. Das Buch richtet sich an alle, die nicht nur Lissabon, sondern auch schöne Bücher lieben.

 

Dieser Band umfasst Porträts von:

 

Antonius von Padua, Leonore Teles de Menezes, Heinrich der Seefahrer, Manuel I., Vasco da Gama, Luís de Camões, Sebastião José de Carvalho e Mello, Rafael Bordalo Pinheiro, Calouste Sarkis Gulbenkian, António de Oliveira Salazar, Fernando Pessoa, Maria Helena Vieira da Silva, Amália Rodrigues, José Saramago, Álvaro Siza Vieira, Ana Salazar, António Lobo Atunes, Eusébio, Mário Viegas, Pedro Ayres Magalhães.

 

Alle Titel der Reihe MERIAN porträts sind als gebundene Bücher mit Leineneinband sowie als E-Books erhältlich. Ausgezeichnet mit dem ITB-BuchAward als „Die Besondere Reiseführer-Reihe“!

Nordkorea - Unterwegs bei Dikatoren

Wie viele Touristen jährlich Nordkorea besuchen, lässt sich exakt sagen: wenige. Dabei hält so ein Urlaub im Reich von Kim Jong Un viele Überraschungen bereit: Autobahnen ohne Autos, Hotels, in denen der fünfte Stock fehlt, und ein Tänzchen an der gefährlichsten Grenze der Welt – zu den Klängen von "Tränen lügen nicht". Zusammen mit der kratzbürstigen Fotoreporterin Thanh Hoang ist Christian Eisert sechs Tage und 1.500 Kilometer durch die Demokratische Volksrepublik gereist. Mit gefälschten Biographien. Unter ständiger Beobachtung des Geheimdienstes. Und immer auf der Suche nach Kim Il Sungs legendärer regenbogenfarbener Wasserrutsche. Das Ergebnis ist einfach irre – und sehr komisch.

 

 

CHRISTIAN EISERT, geboren 1976 in Ostberlin, ist TV-Autor, Satiriker und Comedy-Coach. Er schreibt Gags, Sketche und Drehbücher u. a. für Harald Schmidt und die Fernsehshows Alfons und Gäste und Grünwald Freitagscomedy. Erste Erfahrungen mit Nordkorea sammelte er im Jahr 1988, als er an seiner Schule zu Ehren einer Gästedelegation aus Pjöngjang Arbeiterkampflieder sang.

 

Kritik

 

Titel   Christian Eisert Kim & Struppi Ferien in Nordkorea Ullstein exttra

 

Inhalt     Als getarnte Touristen hat Christian Eisert mit einer befreundeten Fotoreporterin Thanh Hoang eine Recherchereise nach Nordkorea unternommen. Auf der Suche nach einer bunten Kinder-Schwimmbadrutsche, die ihn einst als Kind beeindruckt hat, denn seine Schule hatte eine nordkoreanische Schule als Freundschaftspartner in der DDR. Sie blicken trotz Beobachtung durch den Geheimdienst hinter die Kulissen eines noch kommunistischen Diktatorensystems. Sie finden Autobahnen ohne Fahrzeuge, Hotel-Skelette, Eindrucksvolles und Wahnwitziges. Sie bringen 1500 Kilometer Strecke hinter sich in einem skurrilen Land, von dem man so wenig weiß. Ein komisches Reisebuch-geschrieben von einem Fernsehautor, der Gags für Comedy-Sendungen schreibt und Comedytalente schult.

 

Meinung  Ein Länderporträt, das durch seine präzise und humorvolle, mit Gags gespickte Sprache auffällt. Dialogisch, auch beschreibend, manchmal auch faktisch. Ein witziges Länderporträt, das auch für junge Leute geschrieben ist.

 

Autor   Christian Eisert ist 1976 in Ostberlin geboren, ist TV-Autor, Satiriker und Comedy-Coach.

 

Cover   Küstenbild von Korea mit Diktator Kim Jong Un aus der Kim-Dynastie, Titel auf roter Fahne

 

Gestaltung Paperback, bebilderter Reisebericht als Undercover-Autor mit aktualisierten Nachbemerkungen zum Terrorsystem Nordkorea

 

Zitat aus dem Buch    "Wir hatten unvergessliche Begegnungen, sahen bezaubernde Landschaften...Der Tanz im Grenzgebiet von Panmunjom gehört zu den drei größten Gänsehautmomenten meines Lebens."

 

Leser   Ewiglinke, Ewigrechte, Kommunismus-Forscher, Nord-und Südkoreaner, Nordkoreafans, Kabarettisten, Geographieschüler- und Lehrer

 

 Verlag: Ullstein extra

PRAG - die weibliche Stadt

Interview im Belgischen Rundfunk

Auf dem Buchmarkt ein neues Buch von Norbert Schreiber in der Reihe MERIAN porträts über Prag.

 

Die Reihe (Herausgegeben von Norbert Lewandowski)

 

literarische Reiseführer zu

 beliebten Metropolen

 

20 Biographien von

 Persönlichkeiten, die diese

 Städte geprägt haben

 

jounalistische Reportagen und Porträts

 

hochwertige Ausstattung: 

 Leineneinband und Lesebändchen

 

die perfekte Geschenkidee

 

Das neuartige Konzept der Merian Porträts:

Jede der großen Metropolen wird nicht nur von ihren Gebäuden und Straßenzügen geprägt, sondern in erster Linie von den Menschen, die in ihren Mauern leben und arbeiten. Von Persönlichkeiten, die in der Stadt geboren wurden, hier gestorben sind oder entscheidende Jahre verbracht haben. Diese Figuren machen die Aura, das kulturelle Ambiente einer Stadt aus.

Die Reihe MERIAN porträts stellt diese Menschen vor und lässt sie wie individuelle Reiseleiter die Besucher durch Historie und Gegenwart der jeweiligen Stadt begleiten. Sie führen den Leser direkt ins Innenleben des Reiseziels.

PRAG

 

176 Seiten Preis: 16,99 5 [d]/17,50 5 [a]/29,50 sFr

Format: 11,8 x 18,8 cm

Prag ist eine außergewöhnliche Stadt. Wegen der Bauten mit den goldenen Dächern und den unzähligen Brücken. Wegen der Türme und kleinen Gässchen. Wegen der Moldau, der Musik und der Menschen, die diese Stadt jahrhundertelang geprägt haben.

 

Das neue MERIAN-Buch „Prag – Eine Stadt in Biographien“ beschreibt Lebensgeschichten berühmter Prager Persönlichkeiten. Denn was wäre die Stadt ohne Bedřich Smetana und seine „Moldau“, ohne den geheimnisumwitterten Franz Kafka oder Meister-Regisseur Miloš Forman?

 

20 ausgewählte Biographien zeichnen ein lebendiges, historisches wie auch aktuelles Bild der Stadt. Der Leser wandelt auf spannenden Wegen und entdeckt bleibende Spuren. In jedem Kapitel werden zudem Adressen genannt, die eine individuelle Stadterkundung auf den Spuren der Bewohner möglich machen. Mit dem bunten Leineneinband, zahlreichen farbigen Abbildungen im Innenteil und einem Lesebändchen ist der Band ein stilvoller Lesegenuss. Das Buch richtet sich an alle, die nicht nur Prag, sondern auch schöne Bücher lieben.

 

Prag, der starke Magnet, der Reisende seit Jahrhunderten anzieht. MERIAN porträtslässt 20 Persönlichkeiten wie individuelle Reiseführer die Leser durch Vergangenheit und Gegenwart der Stadt begleiten. In Prag haben Komponisten ihre Meisterwerke geschrieben, haben Autoren Weltliteratur veröffentlicht und Staatsleute das Land in eine neue Zeit dirigiert.

 

Karl IV. sitzt als »Kaufmann auf dem Kaiserthron« und prägt das Gesicht der Stadt Prag. Da Ponte schreibt das Libretto für den Don Giovanni  an der Moldau  »Eine Flasche Tokajer zur Rechten, das Tintenfass in der Mitte und eine Dose Sevillaner Tabak zur Linken. «  Wolfgang Amadeus Mozart seufzt nach der Premiere: »Meine Prager, ja, die verstehen mich.« Judah Löw, Gelehrter oder faustischer Zauberlehrling, hat als jüdischer Frankenstein und Rabbi den Robotermenschen GOLEM aus Lehm erschaffen. Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, auch Wallenstein genannt, führt mit seiner Heeresmacht und seinem  unermesslichen Reichtum als Prager Kriege im Mittelalter und baut sich sein Palais.  Antonín Dvořáks »Symphonie aus der Neuen Welt« ertönt, als die Menschen zum ersten Mal den Mond betreten. Bedřich Smetanas  »Moldau« fließt unsterblich durch die Musikgeschichte. Sein Leben endet tragisch im Prager Irrenhaus.

 

Melde gehorsamst: Jaroslav Hašek schuf in Prag eine Figur der Weltliteratur: den braven Soldat »Schweijk«. »Prag lässt nicht los…«, schreibt der 19jährige Franz Kafka über die Stadt an der Moldau, »dieses Mütterchen hat Krallen«. Er wünscht sich weg und bleibt doch da - auf Lebenszeit. Hier wohnen Menschen, die »über dunkle Brücken gehen.« Sein Freund Max Brod rettet Kafkas Weltliteratur vor dem Feuer und wird »berühmt für das, was er nicht getan hat« (Peter Demetz). Edvard Beneš erinnert Deutsche an Flucht und Vertreibung. Egon Erwin Kisch, der rasende Reporter und Erfinder der literarischen Reportage, ist in Prag geboren und in Prag gestorben:  »Überall blieb er ein Prager«, schreibt seine journalistische Begleiterin Lenka Reinerová, die letzte Vertreterin der Pragerdeutschen Literatur.Alexander Dubčeks Name steht für den Prager Frühling und das Tauwetter im Kommunismus. Er meinte »...die Demokratie wurde unterdrückt... Demokratie und Sozialismus gehören zusammen...« und provoziert damit den Einmarsch der Sowjetarmee in Prag. Václav Havel, der erste demokratische Präsident, schreibt über seinen Amtsantritt: »Da saß ich nun in einer Burg. Ein Städtchen in der Stadt. Als ich dort ankam, war es ein totes Städtchen. Überall lungerten Geheimpolizisten herum. Ich sah Mauern und Gitter, Sperren, Kameras, Drähte, Mikrofone. Das alles haben wir rausgeworfen«. Emil Zátopek, die »tschechische Langstrecken-Lokomotive«, feierte seine Leichtathletik-Siege im Prager Strahovský Stadion. Der Prager Filmregisseur Miloš Forman ließ Jack Nicholson verrückt über das Kuckucksnest fliegen, den kichernden Leinwand-Mozart trieb er durch die Prager Pflastergassen, mit dem Langhaar-Musical »Hair« setzte der emigrierte Hollywood-Regisseur der Flowerpower-Generation ein rockpopiges Cineastendenkmal.

 

MERIAN porträts Eine Stadt in Biographien führt Pragbesucher an bekannte und unbekannte Plätze, in Stadtwinkel und Museen, in Straßenzüge und Gebäude, in Cafés und Filmstudios, auf Burgen und Brücken, in Kirchen und Kapellen, ins Foltermuseum und in Observatorien, in Gässchen, Palais und Theater, in Parks, Schwimmbäder und Kneipen, zu Denkmälern, in Klöster und Schwimmbäder. 

 

Der Autor

Norbert Schreiber wohnt in Bayern und arbeitet seit mehr als 40 Jahren als Journalist und Autor. Für die ARD war er seit 1970 als Korrespondent, Redakteur, Moderator und Reporter in den Programmbereichen Politik, Zeitgeschehen und Kultur tätig. Er veröffentlichte über zehn Bücher zu den Themen Demokratie, Europa, Russland, Tschechien. In seinen beiden Büchern über Lenka Reinerová und den Böhmerwald beschäftigte er sich auch mit Prag und dem deutsch-tschechischen Verhältnis. 

 

Mehr Informationen unter www.norbertschreiber.de 

Interviewanfragen unter Tel. 09922 8049994 oder NLSchreiber@t-online.de

 

AMAZON "...Verknüpfung von Sehenswürdigkeiten, Geschichte und Persönlichkieten der Stadt sehr gut gelungen, interessante Empfehlungen, auch wenn man Prag schon (einigermaßen) kennt..."

 

LOVELY BOOKS "Reiseberichte sind wunderbar. Die Merian porträts haben ein interessantes Konzept. Für jede Stadt dieser Reihe wurden 20 Persönlichkeiten ausgewählt und in einer Kurzbiographie dargestellt.So führt uns in dieser Prag-Biographie Norbert Schreiber durch das Leben von Wenzel von Böhmen, Jan Hus, Antonín Dvorák, Franz Kafka...

 

BUCHHANDLUNG PFOB"

"Der etwas andere Reiseführer. Festgemacht an den Biographien berühmter Menschen, die in dieser Stadt lebten. Wer möchte nicht auf Mozarts, Kafkas oder Havels Spuren Prag hautnah erleben?"

 

POWIDL
"Ein Porträt von 20 berühmten Pragern, angefangen von Wenzel bis hin zu Vaclav Havel. Das Buch gibt Einblick in die Historie Prags, in Form von amüsanten Anekdoten und vermittelt interessante Bezüge zu Gegenwart. Eine Pflichtlektüre für alle Pragliebhaber und jene die es noch werden wollen."

 

PASSAUER NEUE PRESSE

Der Reiseführer lässt die Menschen Prag aus einem neuen Blickwinkel entdecken

                                                             

 

Leserreaktionen AMAZON

 

 

Wer nach Prag fährt, sollte dieses Buch vorher gelesen haben und es auch beim Stadtrundgang bei sich führen. Die Geschichte der Stadt wird in den vielen Porträts lebendig - durch die Jahrhunderte. Und das Format macht es möglich, den kleinen Band einfach in die Jackentasche zu stecken. Ein Gewinn in jeder Hinsicht.

 

In Vorbereitung auf meine Prag-Reise im Juli diesen Jahres bin ich auf Ihr wunderschönes Buch:
"Prag  Eine Stadt in Biographien " gestoßen. (Und habe es gleich an meine Mitreisenden verschenkt.) Sowohl die  ästhetische Aufmachung, als auch die inhaltliche Gestaltung: Auf einen Blick, Orientierung! Zusätzlich zu den einzelnen Kapiteln! Erfrischend, aber auch einfühlsam geschriebene Biographien, hat mir sehr gut (!) gefallen. Vielen Dank!

 

Verknüpfung von Sehenswürdigkeiten, Geschichte und Persönlichkeiten der Stadt sehr gut gelungen. Interessante Empfehlungen, auch wenn man Prag schon (einigermaßen) kennt

 

Die Biographien führen in die Geschichte Prags ein und geben Bezugspunkte für wesentliche Besichtigungsziele in der Stadt. War für mich große Klasse!

 

Wer den "Spirit" von Prag vor einer Reise erfahren will, sollte dies Büchlein lesen. Mich hat es wunderbar eingestimmt. Sehr empfehlenswert!

 

Sehr gut zu lesen, habe es als Geschenk gekauft, für jemanden, der viele Erinnerungen in dem Buch wiederfinden wird. Prägnant! Zu empfehlen!

Literaturkritik

Norbert Schreiber präsentiert diese und weitere Persönlichkeiten nicht wie in einer Geschichtsstunde und immer treu der Chronologie, sondern entwickelt ihre Biographien vor den Augen der Leser. In den meisten Fällen wird er den berühmten Söhnen und Töchtern Prags gerecht, hier und da wünscht man sich jedoch eine tiefere Auseinandersetzung. Thesen wie etwa jene, dass die Romane Kafkas beim Lesen tiefe Wunden hinterlassen, werden weder ausgeführt, noch sind sie – im Kontext des Gesamtwerks – haltbar.

 

Hoch anrechnen muss man Schreiber dennoch, dass er auch denjenigen einen Platz einräumt, mit denen man als Tourist nicht oft in Konfrontation gebracht wird, wie etwa Miloš Forman, der zweimal mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, nachdem er Jack Nicholson über das Kuckucksnest fliegen ließ und Amadeus in den prunkvollen Kulissen Prags zum Leben erweckte. Vor der Prager Burg stehend kann man noch heute spüren, welch Glanz und Anmut herrschte und bestimmt auch die Filmteams zu kreativen Leistungen anregte.

 

Mit diesem Reiseführer in der Hand wird Prag zu einer persönlichen Begegnung mit Menschen, die mit ihr lebten, in ihren Straßen wohnten, sich ihrer Schönheit hingaben und ganz zärtlich »Praha« zu ihr sagten.

 

Rezensöhnchen Zeitschrift für Literaturkritik Bamberg

Das neue Merianheft: PRAG

 

Titel MERIAN Prag

 

Autor Andreas Hallaschka, Merian-Chefredakteur, ist der Herausgeber  der MERIAN-Hefte

 

Cover Der pragberühmte Blick auf die Karlsbrücke hinüber zur Burg und zum Veits-Dom über die Moldau hinweg

 

Gestaltung Das klassische Zeitschriften-Merian-Format

 

Zitat aus dem Buch: „Prag – ein prachtvoller Edelstein in der steinernen Krone des Landes.“

Johan Wolfgang Goethe

 

Inhalt Illustrierte Reportagen und Reise-Tipps für die tschechische Hauptstadt Prag

 

Meinung Liebesurlaube werden immer schon in Prag begonnen oder beendet. Neuerdings heiraten die Koreaner an der Moldau, animiert von der Fernsehserie „Lovers in Prague“. Schon Vaclav Havel, der Revoluzzer-Präsident, wusste, es reicht ein Wochenende in Prag und man hat sich in die Stadt verliebt. In diesem Merianheft ist für Newcomer-Reisende Altbekanntes aufgeführt, dass die tschechische Sprache mehr als einen Haken hat, dass die Tschechen sich mit dem Seemannsgruß Ahoj begrüßen, dass Prag die Stadt der deutschsprachigen Schriftsteller ist, aber wir erfahren in den Reportagen auch interessante Details, auf welchen Liebesspuren Havel wandelte in einer Reportage von Tereza Boučková, der Tochter von Pavel Kohout: “Václav Havel schlich ums Haus wie Winnetou.“   

Die neuerdings trendigen Viertel Žižkov und Vinohrady werden uns nahegebracht.  Wir folgen in die Prager Botschaft, wo die Freiheit für die DDR-Bürger ausgerufen wurde. Wir lernen die neusten Bierkaschemmen und feineren Bierlokale kennen. Wir gehen on tour mit Kafka, der gar nicht so düster war wie seine Leser glauben. Klaus Brill, früher Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Prag, macht uns mit einer herumgeisternden Kunstfigur bekannt, einem tschechischen Universalgenie, das nie gelebt hat und als Nationalheld einfach mal so erfunden wurde. Kunst, Kultur, Geschichte, Architektur kommen nicht zu kurz. Und mit dem Merian-Kompass streifen wir durch das goldene Prag und lesen Sehenswertes von A bis Z. Ein pralles Heft Prag mit wunderschönen Farbfotos vom Paris an der Moldau.

 

Leser Prag-Yuppies und ältere Semester, Verliebte, Verlobte, Verheiratete, Alt-Kommunisten und Reformer, Erasmus-Studenten und Business-Men.

 

Verlag: Jahreszeitenverlag

222 Tipps für die heimliche Hauptstadt

Wussten Sie, dass Thomas Manns Braunbär zum Anfassen nah in München steht, dass Michael Jackson für immer an der Isar bleibt und dass es in München neben Hellabrunn einen zweiten Zoo gibt und ein Haus mit weit über 1.000 Gipsfiguren?

 

 

 

Der Autor

 

http://www.ruediger-liedtke.de/

Interview mit dem Autor

 

 

1. Wie wählt man denn mit welcher Methode die 111 attraktivsten Sehenswürdigkeiten von München aus?

 

Man muss sich natürlich richtig gut auskennen in der Stadt, auch abseits aller touristischen Pfade. Dazu kommen Tipps und Ideen von Freunden, und vieles entdeckt man beim Durchstreifen der Stadt selbst neu. Es geht in dem Buch ja um das Skurrile, das Originelle, das Geheime hinter und neben den klassischen Touristenattraktionen. Eine andere Sicht auf die Stadt ist das, die aber nicht minder spannend ist.

 

2. Wie erklären Sie sich den Auflagenerfolg des Buches?

 

Das Buch hält 111 ungewöhnliche Orte bereit, größere und kleinere. Da gibt es immer eine Seite Text mit teils ungewöhnlichen Geschichten und ein markantes Foto. Eine übersichtliche Kost in kleineren Happen, spannend aufbereitet und gut verdaulich. Und die Sicht von außen ist entscheidend. Ich lebe als ehemaliger Münchner seit einigen Jahren in Köln, habe deshalb eine gewisse Distanz entwickelt, mir aber dadurch auch einen völlig neuen Blick auf die Stadt angeeignet. Weit weg von allen eingelaufenen Trampelpfaden, von der Alltagsroutine, mit der man die eigene Stadt vielfach wahrnimmt. 

 

3. Welche drei Sehenswürdigkeiten Münchens lieben Sie am meisten?

 

Es gibt unendlich viele kleine und große Attraktionen in München. Wenn ich drei populärere Orte nennen soll, dann könnten das der Kopf der Bavaria sein, der Walking Man in der Leopoldstraße oder die Surfer vom Eisbach. Oder der Monaco Franze an der Münchner Freiheit, die Goldene Bar im Haus der Kunst oder die Hofbräuhaus-Kunstmühle, die letzte ihrer Art in der Stadt. 

 

4. Was war für Sie neu bei der Recherche- haben Sie selbst Neues entdeckt?

 

Viele attraktive Orte entdeckt man nicht auf Anhieb. Man stößt zufällig auf sie oder bekommt einen Hinweis. Und von diesen Orten hat München reichlich zu bieten. Orte der Vergangenheit, der Stadtgeschichte, aus Kunst und Architektur. Aber auch viele neue lohnende Sehenswürdigkeiten, von hervorragenden Großskulpturen, extravaganter Kunst am Bau, schrägen Lokalitäten und unglaublichen Museen.

 

5. Sie haben auch 111 Tipps für Mallorca gegeben- haben Sie weitere Buchpläne in dieser erfolgreichen Reihe?

 

In die Geschichte Mallorcas mit ihren unendlich vielen Facetten richtig einzutauchen, war mir ein besonderes Vergnügen. Ich kenne diese hinreißende Insel seit vielen Jahren, habe sie aber im Zuge der Recherche für das Buch noch einmal von ganz anderen Seiten kennengelernt. Diese Landschaft, diese Menschen. Das war wirklich spannend. Man muss zu den Orten, die man für ein solches Buchprojekt auswählt, einen starken Bezug haben, eine innere Bindung. Wenn die fehlt, spürt das der Leser.

 

mehr

 

Verlag

 

http://www.emons-verlag.de/programm/111-orte-in-muenchen-die-man-gesehen-haben-muss