Vorschau in aller Kürze

Hier weisen wir auf Neuerscheinungen hin, die in Kürze auf dem Markt sind.

Im Frühjahr auch als Buch bei dva

Auf der Londoner Buchmesse im Frühjahr dieses Jahres wurde das Debut „La sostanza del male“ des Bozeners Luca d’Andrea heiß gehandelt. Die Übersetzungsrechte haben sich in rund 35 Länder verkauft, in Italien stieg das Buch direkt in die Top Ten der italienischen Bestsellerliste ein. Bei der DVA erscheint der Südtirol-Thriller „Der Tod so kalt“ im Frühjahr 2017. Unsere Programmleiterin DVA Literatur Marion Kohler freute sich über den Zuschlag: „Das ist rasante Spannung auf höchstem Niveau, reich an unerwarteten Wendungen und erzählt in einem Ton, der einen sofort in diese archaische Bergwelt versetzt, einfach großartig!“

 

Südtirol, 1985. Tagelang wütet ein gewaltiges Gewitter über der Bletterbach-Schlucht. Drei junge Einheimische aus dem nahegelegenen Siebenhoch kehren von einer Wanderung nicht zurück – schließlich findet ein Suchtrupp ihre Leichen, aufs Brutalste zugerichtet. Den Täter vermutet man im Bekanntenkreis, doch das Dorf hüllt sich in eisiges Schweigen. Dreißig Jahre später beginnt ein Fremder unangenehme Fragen zu stellen. Jeder warnt ihn vor den Konsequenzen, allen voran sein Schwiegervater, der die Toten damals gefunden hat. Doch Jeremiah Salinger, der seiner Frau in ihr Heimatdorf gefolgt ist, lässt nicht locker – und wird schon bald seine Neugier bereuen. Ein Fluch scheint alle zu verfolgen, die sich mit den Morden beschäftigen. Ist dort unten am Bletterbach etwas Furchtbares wieder erwacht? Etwas, so uralt wie die Erde selbst ...

 

 

»Ein perfekter Thriller von internationalem Niveau.«

LA STAMPA

Faszination Marco Polo

Ein heldenhafter Abenteurer?

Ein geistreicher Berater der Mächtigen?

Oder doch nur ein einfacher Betrüger?

Marco Polo - eine der schillerndsten Figuren des Mittelalters

ab 2. November 2016 bei Droemer

Held oder Lügner? Historiker zweifeln Polos Reise kaum an, doch was genau Marco Polo in China tat, dafür gibt es nur sein Wort. Oliver Plaschka, ausgezeichnet mit dem Deutschen Phantastik Preis 2008 für seinen Roman Fairwater, erzählt die unvergleichliche Lebensgeschichte des Weltbürgers entlang der bekannten Fakten, und verfeinert sie mit viel Fantasie zu einer spannenden historischen Romanbiografie.

Genua 1298: Während einer Seeschlacht wird Marco Polo von den verfeindeten Genuesen gefangen genommen. Um die Zeit zu vertreiben, erzählt Marco seinem Zellennachbarn, dem Schriftsteller Rustichello, die Geschichte seines Lebens, die beginnt, als Marco mit 15 Jahren zum ersten Mal seinen Vater trifft, den Kaufmann Nicolò Polo. Als weitgereister Kaufmann weckt er im jungen Marco die Sehnsucht nach der Ferne.
Als sein Vater und sein Onkel Maffeo wieder aufbrechen wollen, reist Marco kurzentschlossen mit ihnen. Auf jeder Etappe der Reise begegnen ihm neue Wunder, doch am beeindruckendsten ist der Hof des Kublai Khan, den die drei Männer nach zwei Jahren abenteuerlicher Reise erreichen.
Marco, inzwischen ein junger Mann, gelingt es, das Vertrauen des Khans selbst und von dessen ältestem Sohn zu gewinnen. Zudem lernt er am Hof des Herrschers, in der von Intrigen und Machtspielen dominierten Hauptstadt zu überleben. Und dann ist da noch Kokachin, Kublai Khans Tochter, in die Marco sich bei ihrer ersten Begegnung verliebt hat.
Rustichello lauscht begierig den Worten des Kaufmanns, doch kann man ihm trauen? Hat dieser Marco es wirklich bis an den Hof des berühmten Kublai Khan geschafft? War er ein geistreicher Berater der Mächtigen? Oder ist er nur ein einfacher Betrüger?

Wolfgang Hildesheimer - 100.Geburtstag 9.12.16

Wolfgang Hildesheimer


„Die sichtbare Wirklichkeit bedeutet mir nichts“ - Die Briefe an die Eltern

 

Mit zahlreichen Abbildungen. Herausgegeben von Volker Jehle. Zwei Bände. Gebunden im Schuber.

 

Selbst guten Kennern von Hildesheimers Leben und Werk war und ist weitgehend unbekannt, was genau ihn beschäftigte, bevor er 1950, scheinbar aus purem Zufall, zu schreiben begann und umgehend literarische Erfolge feierte. Hildesheimers Briefe an die Eltern, eine erstklassige Quelle, erhellen nicht nur das Dunkel dieser Frühzeit, sondern auch seine weitere, bislang weitgehend unbekannte Entwicklung.

 

Beginnend mit einer Schiffsreise des angehenden Studenten nach London 1937 und endend mit dem Tod der Mutter 1962, bieten die erhalten gebliebenen 507 Briefe ein so aufschlussreiches wie aufregendes Tagebuch in Briefform über einen Zeitraum von 25 Jahren. Wichtige Stationen sind das Studium in England, der Aufenthalt in Palästina während des Weltkriegs, die Tätigkeit als Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen und der Weg ins Rampenlicht der deutschen Literaturszene als Autor und Übersetzer. In diesen Briefen spiegelt sich aber auch eine Epoche großer politischer Umwälzungen sowie tiefgreifender Entwicklungen in der internationalen Kultur und Kunst, die Hildesheimer als bildender Künstler aufmerksam verfolgte und denen er wichtige Impulse für sein schriftstellerisches Werk verdankte.

 

Volker Jehle, einer der besten Kenner von Hildesheimers Werk, Editor und Monograph des Autors, hat sämtliche erhaltenen Briefe chronologisch geordnet und die ihnen zugrunde liegenden biographischen Fakten und Ereignisse in akribischer Recherche ermittelt.

Nazi-Terror und Wannseekonferenz

 

Am 20. Januar 1942 kamen fünfzehn hochrangige Vertreter des NS-Staates auf Einladung von Reinhard Heydrich in einer luxuriösen Villa am Wannsee zusammen, um über die »Endlösung« der »Judenfrage« zu beraten: Man entschied, so dokumentiert es das Protokoll, insgesamt elf Millionen Menschen zu deportieren, sie mörderischer Zwangsarbeit auszusetzen und die Überlebenden und Nichtarbeitsfähigen auf andere Weise ums Leben zu bringen.

Peter Longerich, einer der angesehensten Historiker der NS-Geschichte, zeigt, wie die Führungsinstanz des »Dritten Reiches« aus einer vagen Absicht zur Vernichtung der Juden ein konkretes Mordprogramm entwickelte und welch hohe Bedeutung der Wannseekonferenz innerhalb des Holocaust zukommt. In seinem neuen Buch ist das vollständige Protokoll der Konferenz abgedruckt und wird von Peter Longerich umfassend kommentiert.

 

Peter Longerich

WANNSEEKONFERENZ

Der Weg zur "Endlösung" Pantheon Erscheinungstermin: 14. November 2016

 

Peter Longerich, geboren 1955, seit 1983 am Royal Holloway College der Universität London, seit 2000 als Professor für Moderne deutsche Geschichte, Gründungsdirektor des dortigen Holocaust Research Centre, sowie, seit 2012, Professor an der Universität der Bundeswehr in München, zählt zu den international renommiertesten Experten für die Geschichte des Nationalsozialismus. Er veröffentlichte zahlreiche Dokumentationen und Gesamtdarstellungen, seine Bücher über die Politik der Vernichtung (1998) und ihre Resonanz in der deutschen Bevölkerung, Davon haben wir nichts gewusst! (2006) sind Standardwerke. Seine Biographien über Heinrich Himmler (2008), Joseph Goebbels (2011) und Hitler (2015) fanden weltweit Beachtung.

 

Buchpräsentation im Haus der Wannseekonferenz in Berlin, 20. November 2016, 11 Uhr

 

Podiumsdiskussion in der Topographie des Terrors in Berlin, 1. Dezember 2016, 19 Uhr

 

75. Jahrestag der Wannseekonferenz am 20. Januar 2017

Auto - Macht - Geld

Drei Dinge zählen im Leben, behauptet Ferdinand Piëch, Enkel des genialen Ferdinand Porsche: «Volkswagen, Familie, Geld – in dieser Reihenfolge.» Trickreich, ruppig und mit aller Härte hat die Familie Porsche Piëch den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg von Volkswagen vorangetrieben, seitdem Ferdinand Porsche im Auftrag Adolf Hitlers den «Volkswagen» konstruierte. Aber Anfang 2015 erschütterte der folgenschwerste Industrieskandal der deutschen Geschichte den Konzern. Das war, so schreibt Georg Meck, kein unglücklicher Zufall: Der tiefe Sturz von VW hat viel mit der Geschichte des Konzerns zu tun – und mit der Familie.

 

Seit über fünfzehn Jahren beobachtet er die Firma Volkswagen und die Familien Porsche und Piëch, er hat alle Konzernchefs getroffen und die maßgeblichen Protagonisten gesprochen. So kann er ebenso spannend wie fachkundig die Geschichte des mächtigsten Industriellenclans Deutschlands erzählen, der Volkswagen erst an die Weltspitze und dann an den Abgrund geführt hat – eine Geschichte von Machtkämpfen, Familienstreitigkeiten und Wirtschaftspolitik, die noch lange nicht zu Ende ist. 

 

Georg Meck, geboren 1967, arbeitete als Korrespondent für den Focus in Brüssel, von wo aus er über europäische Wirtschafts- und Finanzthemen berichtete. 2001 wechselte er zum Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, heute ist er stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. 2011 erschien «Was wissen Sie über Wirtschaft?», 2014 das Gesprächsbuch «Klare Worte» mit Gerhard Schröder. Für seine Unternehmerporträts wurde Georg Meck 2002 mit dem Herbert Quandt-Medienpreis ausgezeichnet

 

«Auto Macht Geld» erscheint am 25. November

Spannung aus Australien

Vom fünfmaligen Gewinner

des Ned Kelly Awards

 

Nachdem Ned Lowey erhängt in seiner Scheune aufgefunden wird, beginnt sein bester Freund Mac Faraday Nachforschungen anzustellen. Denn an einen Selbstmord glaubt er nicht.

Die Spuren führen ihn zu einem Heim für schwer erziehbare Mädchen, in dem Ned vor Jahren gearbeitet hat und aus dem damals immer wieder Mädchen verschwanden. Was Mac herausfindet, lässt ihn an seinem toten Freund zweifeln. Um den Gründen für Neds Tod und dem Geheimnis um die verschwundenen Mädchen näher zu kommen, muss Mac sich mit einer Vergangenheit auseinandersetzen, von der er dachte, dass sie schon lange abgeschlossen sei.

 

»Mit Peter Temple hat die Krimiwelt einen Autor entdeckt, dessen Scharfsinn und Beobachtungsgabe bestechen.«

Der Spiegel

 

Peter Temple, geboren 1946 in Südafrika, gehört zu den herausragenden australischen Autoren seiner Generation. Als erster australischer Autor wurde er mit dem renommierten britischen Krimi¬preis Gold Dagger ausgezeichnet. Fünf seiner Romane erhielten den Ned Kelly Award. Inter¬national bekannt wurde er mit seinem mehrfach ausgezeichneten Roman »Kalter August«. 2010 wurde sein Roman »Wahrheit« mit dem wich¬tigsten australischen Literaturpreis, dem Miles Franklin Award, ausgezeichnet. Zuletzt erschien auf Deutsch »Tage des Bösen«. Er lebt mit seiner Familie in Ballarat in Australien.

Mehr vom Meer

Zwei Freunde in einem kleinen Boot, die sich einen lang gehegten Traum erfüllen: Aus den Tiefen des Nordatlantiks wollen sie einen Eishai ziehen, jenes sagenumwobene Ungeheuer, das sich nur selten an der Oberfläche zeigt. Während sie warten, branden wie Wellen die Meeresmythen und Legenden an das Boot, und Morten A. Strøksnes erzählt von echten und erfundenen Wesen, von Quallenarten mit dreihundert Mägen, von Seegurken und Teufelsanglern. Von mutigen Polarforschern, Walfängern und Kartografen und natürlich vom harten Leben an arktischen Ufern, vom Skrei, der vielen Generationen das Überleben auf den Lofoten sicherte, von der Farbe und dem Klang des Meeres.

 

„Das Buch vom Meer – oder Wie zwei Freunde im Schlauchboot ausziehen, um im Nordmeer einen Eishai zu fangen, und dafür ein ganzes Jahr brauchen“ ist eine Abenteuergeschichte über die Freiheit und das Glück, den Naturgewalten zu trotzen – und eine Liebeserklärung an den Ozean, die uns staunen lässt über seine unergründlichen Geheimnisse.

 Morten A. Strøksnes ist ein sehr interessanter und aufgeschlossener Gesprächspartner, den ich Ihnen gerne für ein Interview vermittle. Die nächsten Wochen wird er in Berlin verbringen.

 

erscheint in der DVA

Peter Weiss - 100. Geburtstag der "Ästhetik"

Peter Weiss, Maler, Filmemacher, Dramatiker und Autor des Jahrhundertromans


»Die Ästhetik des Widerstands« wäre am 8. November 100
Jahre alt geworden. Birgit Lahann hat ein ergreifendes Portrait dieses
großen Erzählers geschrieben, der als Jude eine Odyssee durch
Europa machte, um der Schreckensortschaft zu entfliehen, »für die ich
bestimmt war und der ich entkam« - Auschwitz.
Die Nazis hatten ihn zum Flüchtling gemacht, dem sein Leben zu entgleiten drohte. Er malt Bilder, die niemand kaufen will, schreibt Texte,
die niemand drucken will, dreht Filme, die keiner sehen will, hat unglückliche Affären. Dann, 1964, katapultiert ihn sein Theaterstück »Die
Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats« zu plötzlichem Weltruhm.
Fortan ist der vielbegabte Peter Weiss der unbestechliche politische
Autor in Ost und West. »Abschied von den Eltern«, »Fluchtpunkt«,
»Die Ermittlung«, der »Viet Nam Diskurs«, »Hölderlin« oder die meisterhafte »Ästhetik des Widerstands« sind Höhepunkte der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Dreißig Jahre lang, bis zu seinem Tod, lebte er mit der Künstlerin Gunilla Palamstierna-Weiss zusammen. Lahann hat sie in Stockholm besucht und sich ihre gemeinsame Geschichte erzählen lassen.


Birgit Lahann
geb. 1940, Journalistin, studierte Germanistik
und Theaterwissenschaften, arbeitete
u. a. mit Peter Zadek und war 25 Jahre
Autorin beim STERN. Sie erhielt den Theodor-
Wolff- und den Egon-Erwin-Kisch-
Preis und schrieb mehrere Biografien,
zuletzt über Rolf Hochhuth (2016).

 

Birgit Lahann
Peter Weiss
Der heimatlose Weltbürger
338 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
ca. 24,90 Euro