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Herzliche Grüße,

Norbert Schreiber

Klaus Harpprecht ist tot

Klaus Harpprecht - Schräge Blicke zurück

Kritik 

 

Titel Klaus Harpprecht Schräges Licht. Erinnerungen ans Überleben und Leben S. Fischer

 

Autor Klaus Harpprecht war Fernseh-und Hörfunkjournalist, schrieb für Zeitungen und Willy Brandt die Reden, gab Bücher heraus und leitete den S. Fischer-Verlag

 

Cover Klaus Harpprecht gibt dem Raucher Willy Brandt Feuer, der sich eine Zigarette anzündet

 

Zitat aus dem Buch: „„Nein, keine Stunde null. Das Leben ging weiter.“

 

Inhalt Erinnerungen des Autors an Kriegs-und Nachkriegszeit, an den Aufbau der Bundesrepublik, den Aufbruch in den Siebziger Jahren und die Zeit danach

 

Gestaltung: 560 Seiten, drei Hauptteile, Dank und Personenregister, schöner Bildinnenteil

 

Meinung Klaus Harpprecht erlebt im Krieg Exekutionsspiele – ausgerechnet vom amerikanischen „Freund“ und „Befreier“ an ihm verübt, doch er behält keine Ressentiments zurück. Vorurteile sind eben nicht sein Ding. Als 18jähriger Kriegsveteran entdeckt der Rückkehrer das Leben und das Lesen, Flirts und Bücher, durchforstet sämtliche Zeitschriften des S. Fischer-Verlages, schreibt erste Porträts für Zeitungen und bleibt, auf den Krieg zurückblickend, kritisch:  „jede Andeutung von Nationalismus entsetzte mich.“ Vielmehr ist Harpprecht  begeistert von Churchills Rede über das zukünftige Europa („Für mich war diese Rede eine Offenbarung.“) Wer nun meint, Harpprecht brauche das Dogma, irrt: „Eine Weltformel brauchte ich nicht...“, dennoch hält er es mit dem Albert-Schweitzer-Motto: “Ehrfurcht vor dem Leben.“ Seine Kindheit verbringt er im evangelischen Pfarrhaus im Schwäbischen. Im II. Weltkrieg verliert er die beiden Brüder.

Harpprecht liebt die Frauen und die Politik, die Poesie und die Pointen, ist literarisch von Thomas Mann und den Buddenbrooks beeindruckt. Er schildert eindringlich die Entbehrungen in den Kriegswirren und in den Aufbaujahren der Republik. Er lässt uns teilhaben an seinen Fernsehgeschichten als erster Amerika-Korrespondent für das ZDF und seinen Zeiten in der „Schreibstube“ als Redenschreiber für Willy Brandt. Ein süffig geschriebenes literarisch ambitioniertes Lebensporträt des Zeitzeugen, dem wir auch eine wichtige Biographie über d e n deutschen Schriftsteller Thomas Mann verdanken. Nicht umsonst bekam er den Lessing-Preis der Stadt Hamburg, den renommierten Theodor-Wolff-Journalisten-Preis. Harpprecht war immer europäisch eingestellt, Frankreich dankte es ihm mit dem Schlag zum Ritter der Ehrenlegion.

 

Das Verhältnis „KH“ und „WB“ – Klaus Harpprecht und Willy Brandt - wird natürlich auch zum Thema der Biographie, wieder erscheint Harpprecht Abneigung gegen Helmut Schmidt, der ihn einst Brandt-Höfling schimpfte und er wird schon in der frühen Bundesrepublik das Brüll-Opfer von Herbert Wehner, der ihm in einer Wut-Attacke alle „Dummheiten der Adenauer-Regierung“ vorwirft. Ja, Harpprecht ist ein Liberaler, im Zweifel links oder mindestens linksliberal eingestellter, kulturgeprägter, intelligenter, fundierter Schreiber und kein Schwätzer, dem die Formulierungskunst in die Wiege gelegt wurde. Wir verdanken ihm 50 Fernsehdokumentationen, die sein journalistisches Talent beweisen. Unzählige Beiträge in den wichtigsten Zeitungen des Landes sind aufzuzählen: in der „Süddeutschen Zeitung“ der „FAZ“ und in der „ZEIT“. Er arbeitete für die Sender RIAS, SFB und WDR und leitete von 1966-1969 den S. Fischer-Verlag. Zwei Jahre lang war er von 1972 bis 1974 Berater und Redenschreiber für Willy Brandt, als die Republik „Demokratie wagen wollte.“

 

Der treffende Titel „Schräges“ Licht will darauf aufmerksam machen, dass im Abendlicht des Alters ein anderes Licht auf die eigene Landschaft des Lebens geworfen wird: “So lange wir atmen, ändern wir – ohne es recht wahrzunehmen – unsere Biographie.“  Über die heutige Mediensituation verliert Harpprecht auch einige Worte und er trifft genau, das was mich auch als Journalist jetzt schon jahrelang nervt: Die zunehmende „Infantilisierung des Publikums“ durch die Programm-Macher, die das Fernseh-Niveau der Zielgruppe von 12jährige auf achtjährige gesenkt hat. Und die Guido-„Knoppisierung“ der Fernseh-Dokumentationen.

 

Harpprecht schreibt eine nicht von der Zeit geprägte sondern über die Zeit hinauswirkende Sprache, die fasziniert, gefangen nimmt, den Leser weiter treibt. Er erzählt von den Zeiten und den Menschen und von der Politik, aber manchmal nur diese streifend. Glasklare politische Analysen findet man nur an seltenen Stellen, es ist eher das impressionistische, pointilistische Bild, das Harpprecht zeichnet. Allerdings das sehr farbig.

 

Leser Zeitgeschichtlich Interessierte aus allen Generationen, die eine gepflegte Sprache lieben

 

Pressestimmen

 

»ein veritables Lesevergnügen […] Eloquent und subtil zugleich, warmherzig und doch nicht ohne die Fähigkeit zur treffenden Sottise, vor allem aber von einer literarischen Plastizität«
Marko Martin, Deutschlandradio Kultur - Buchkritik, 14.1.2015

»Klaus Harpprecht […] betrachtet sein Leben und seine Zeit als herausfordernden, ja, enthusiasmierenden Erzählstoff.«
Hermann Rudolph, Der Tagesspiegel, 14.1.2015

»der Rückblick auf ein langes und abenteuerliches Leben eines immer neugierigen Beobachters«
Wilfried Mommert, Aachener Zeitung, 20.12.2014

»Am Ende dieser glänzend geschriebenen Autobiographie möchte man sie gleich wieder von vorne beginnen.«
Nils Minkmar, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.12.2014

»Zeitgeschichte und private Erinnerung mischen sich in diesem Buch und genau deshalb liest man sich so schnell und gerne fest«
Birgit Güll, Vorwärts, 1.12.2015

»Ein langes Leben, ein Leben voller unvergesslicher Episoden.«
Wolf Lepenies, Literarische Welt, 29.11.2014

»pures Lesevergnügen. Denn Harpprechts Stil ist meisterhaft knapp und präzise.«
Rainer Volk, SWR2 Buch der Woche, 1.12.2014

»Klaus Harpprecht ist ein Liberaler des Geistes und der Kultur.« 
Nils Minkmar

Klaus Harpprecht über Marion Gräfin Dönhoff
Norbert Schreiber interviewte Klaus Harpprecht anlässlich des Erscheinens der Biographie über Marion Gräfin Dönhoff
Klaus Happrecht.mp3
MP3-Audiodatei [11.0 MB]

Den NAHOST-Konflikt verstehen lernen

Der ewig währende Konflikt - NAHOST. Oft besprochen. Nie gelöst! Nun erscheint ein neues Buch im CHBeck-Verlag. Harald Loch hat es gelesen.


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Der Lit-Pop-Kritiker

Langeweile verbreiten, das war nie sein Fall. Lieber hart urteilen, provozieren, sich in die Nesseln setzten. Marcel Reich-Ranicki liebte das klare Urteil, nicht das weichgespülte Herumlabern, wie es das deutsche Feuilleton mitunter tut. Das von Thomas Anz herausgegebene Buch ist eine  Zusammenstellung von den Rezensionen Reich-Ranickis zur Gegenwartsliteratur.


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Ohne Mann durch den irischen Alltag

Als ihr Mann viel zu früh stirbt, verfällt Nora Webster in einen Schockzustand. Es ist das provinzielle Irland der 60er Jahre, in dem sie nun versuchen muss, sich in einem selbstbestimmten Leben als Frau und Mutter von vier Kindern zurechtzufinden. Jeder kennt jeden in der kleinen Stadt, das macht all die Entscheidungen, die sie nun alleine fällen muss, nicht einfacher. Nora ist katholisch und unkonventionell, mit grimmiger Intelligenz sucht sie neue Wege für sich und ihre Kinder. In seinem großen Roman gelingt Colm Tóibín das Porträt einer Frau, die die Unabhängigkeit ihrer Gefühle bewahrt. Nora Webster ist eine der bleibenden Frauenfiguren der Literatur.

 

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Moneten-Macho Trump - eine Biographie

Michael D’Antonios lese-flüssig geschriebene Biographie zeigt den Kandidaten Trump als größenwahnsinnigen, selbstverliebten, erfolgshungrigen, EGO-manen, der aber auch das Sensibelchen spielen kann, wenn man ihn angreift.  Das Psychogramm eines „Psychos“.

 

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Kissinger - Idealist oder Realist?

Das Buch ist gewaltig, knapp 1000 Seiten, und es zu lesen ist eine Herausforderung. Allein das Vorwort und die Einleitung machen 52 Seiten aus. Gehen wir also ans Werk, ein opus magnum. Heinz Alfred Kissinger heißt er in Deutschland - Henry Alfred Kissinger nennt er sich in den USA. Henrys gesamte Weltanschauung hat jedoch tiefe deutsche Wurzeln – seine Heimat und  Kindheit in Fürth, die erzählten Erfahrungen aus der Weimarer Republik,  die Flucht aus Nazideutschland ein deutsches Schicksal. Kissinger hat eine deutsche Seele, obwohl er sich selbst an keine interessanten oder amüsanten Begebenheiten in seiner deutschen Vergangenheit erinnern kann: Ich dagegen schon. Aber dazu ein paar Zeilen später. 

 

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Boris Reitschuster: Putins verdeckter Krieg

Wladimir Putin will Russland wieder zu einer Weltmacht formen. Er kooperiert mit Anti-Demokraten, um den Westen zu destabilisieren. Seine Methoden mit Parteispenden, Propaganda und Geheimdiensteinsätzen sind manipulativ. Europa wird von Putin unterwandert.

 

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Fünf Reden über Hermann Hesse

Der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg hat fünf Reden über Hermann Hesse unter dem Titel "Glasperlenspiel und Lebenskunst" in der Collection Montagnola veröffentlicht.

 

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Der neue Walker: ESKAPADEN

In Saint-Denis wird er nur ›der Patriarch‹ genannt: Marco Desaix, Kriegsheld mit hochrangigen Kontakten zur französischen, russischen und israelischen Regierung und Brunos Jugendidol, weil er als erster französischer Pilot die Schallmauer durchbrach. Auf seinem Schloss lernt Bruno neben dem überaus väterlichen Gastgeber auch dessen Familie näher kennen und bekommt neben vorzüglichen Trüffeln und Pâtés mehr familiäre und politische Intrigen serviert, als selbst er verdauen kann. Als am nächsten Morgen ein Gast tot aufgefunden und sofort eingeäschert wird, beginnt Bruno zu ahnen, dass dieser nur eine von mehreren Leichen im wohlgefüllten Weinkeller sein dürfte.

 

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Ich war ein Salafist

Der Salafisten-Prediger Pierre Vogel rief ihn zur Pilgerfahrt nach Mekka. Er arbeitete mit dem Islamisten-Führers Sven Lau zusammen. Dominic „Musa“ Schmitz taucht als 17-Jähriger in die Salafisten-Szene ein. 
 

Der Flüchtlingstreck und die Balkanroute

Ein langer Flüchtlingstreck ist von der griechischen Insel Lesbos in Richtung Deutschland unterwegs. Der Brüsseler Gipfel hat erste Anstrengungen unternommen, um ihn einzudämmen. Die Türkei soll helfen, stellt aber scharfe Forderungen, die erst einmal dazu führen, dass die Gipfelentscheidungen vertagt werden auf den nächsten Gipfel. Navid Kermani war im Herbst 2015 auf dieser „Balkanroute“ unterwegs. In seiner einfühlsamen Reportage berichtet er davon, warum wir die Augen vor der Völkerwanderung und deren Folgen nicht verschließen können.

 

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Nemzowa: Russland wachrütteln

Vor einem Jahr wurde der russische Oppositionspolitiker Boris Nemzow in Moskau auf offener Straße im Angesicht der Kremlmauern erschossen. Dafür trägt Putin die politische Verantwortung, sagt Schanna Nemzowa, seine älteste Tochter. Boris Nemzow war eine wichtige Figur der russischen Opposition und ein erbitterter Gegner von Wladimir Putin. Schanna Nemzowa will das Lebenswerk ihres Vaters fortsetzen. Sie schildert, wie er sie geprägt hat – als Mensch und als Politiker, und sie zeigt auf, was sich in Russland ändern muss.
 

Stasiuk: Der Osten

Andrzej Stasiuk gilt als wichtigster jüngerer polnischer Gegenwartsautor. Er wurde 1960 in Warschau geboren, debütierte 1992 mit dem Erzählband Die Mauer von Hebron, in dem er über seine Gewalterfahrung im Gefängnis schreibt. Stasiuk wurde 1980 zur Armee eingezogen, desertierte nach neun Monaten und verbüßte seine Strafe in Militär- und Zivilgefängnissen. 1986 zog er nach Czarne, in ein Bergdorf in den Beskiden, ein Gebirge, das teils in den Äußeren Westkarpaten und teils in den Ostkarpaten liegt. Die Beskiden liegen „multinational“ zwischen Polen, Tschechien, der Slowakei und der Ukraine.

 

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Beginnt eine neue Terrorismuswelle? Syrien und Irak unbefriedet! Der Islamische Staat zwar regional zurückgedrängt, aber keineswegs besiegt. Der weltweit renommierte Terrorexperte Peter R. Neumann ordnet die neuen Gefahren  und Terror-Bewegungen ein und zeigt Strategien gegen den Terrorismus auf.

 

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Salafismus? Dschihadismus?

Eine Studie zur Identität radikaler Muslime

In Interviews und Gesprächen untersucht Abu Rumman Selbstbild und Lebenswirklichkeit junger Salafisten im Nahen Osten: Wer sind sie? Welche Wege führten sie zum Salafismus und welche wieder von ihm weg? Das politische Bewusstsein der arabischen Welt wurde unter anderem geprägt von den Auswirkungen des Sechstagekrieges 1967 und vom Golfkrieg 1991: Eine ganze Generation fühlte sich durch die Kriegsfolgen entmutigt und von der illusorischen Siegesrhetorik der Muslimbrüder getäuscht. Das Buch ist eine identitätssoziologische Studie.

 

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Tödlicher Terror und Online-Dschihad 3.0

Der „Islamische Staat“ IS kontrolliert mehr als fünf Millionen Menschen und eine Landesfläche von der Größe Großbritanniens.  Die Gründe für sein Entstehen liegen im zerfallenen Irak, im syrischen Bürgerkrieg und in den vielfältigen Konflikten der unterschiedlichen Gruppen, Volksstämme und Glaubensrichtungen. Das Erfolgsrezept des IS liegt in der  Perfektion der strategischen Planung, in der modernsten Propagandatechnik.

 

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Russland-Reflex

Das deutsch-russische Verhältnis war immer ein besonderes. Faszination für die große Tradition der Kultur, insbesondere Literatur und Musik, Interesse für die Politik, gefühlte europäische Nähe, aber auch asiatische Fremdheit und auch Angst. Seit der kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine sind die deutsch-russischen Beziehungen an einem neuen Tiefpunkt. Alte Stereotype und Vorurteile sind zurückgekehrt, der politische und zivilgesellschaftliche Dialog zwischen beiden stockt. Irritationen machen sich breit. Irina Scherbakowa und Karl Schlögel beschäftigen sich in ihrem neuen Buch mit den deutsch-russischen Beziehungen.

 

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Schlögel: Entscheidung in Kiew

Darf die Ukraine unabhängig sein, europäisch, oder bleibt sie unter russischem Einfluss? Was macht die Ukraine überhaupt aus? Sie war und ist ein unbekanntes Land für uns. Mit dem Krieg in den Ostregionen ist auch ein Streit über die politische und kulturelle Eigenständigkeit des Landes ausgebrochen. Seit vielen Jahren ist Karl Schlögel in der Ukraine unterwegs, in Städtebildern bringt er uns die Ukraine näher und liefert zugleich eine historisch-soziologische Analyse der Ukraine-Krise.

 

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Ein neues Putin-Buch

Endspiel
Wladimir Putin im politischen Abseits? Wie konnte Putin der Erzfeind der Weltgemeinschaft werden? Putin hat mit der Krise um die Krim, die Ukraine, Georgien, Tschetschenien, den Irak die Weltordnung destabilisiert und mit seiner antieuropäischen und antiamerikanischen Politik, und was treibt er in seinem eigenen Land?  Michail Sygar, russischer Fernsehjournalist und intimer Kenner des Kremls und der Machteliten, erklärt in seinem Buch die Wandlung Putins vom Reformer zu dem Mann, den die Welt fürchtet. Putin WHO? Das war einst die Frage. In diesem Buch finden Sie die Antworten.
 

Und noch ein PUTIN-Buch von Gasparow

Garri Kasparow - Warum wir Putin stoppen müssen

 

 

Am Montag erscheint ein weiteres putinkritisches Buch vom ehemaligen Schach-Weltmeistert Garri Kasparow unter dem Titel: Warum wir Pution stoppen müssen. Die Zerstzörung der Demokratie in Russland und die Folgen für den Westen. KASPAROW wirft dasron dem westen eine zögerliche Haltung vor und fordert von der westlichen Politik die Einhaltung moralischer werte. Man müssen den Diktatoren und Terroristen die Stirn bieten bevor es zu spät ist. Putin habe sich nicht nur zu einem Diktator, sondern auch zu einer globalen Bedrohung entwickelt. "Warum wir Putin stoppen müssen" ist ein Aufruf zu handeln und die Bedrohung durch Putins Russland nicht länger zu ignorieren.

 

Garri Kasparow‎, geboren 1963 in Baku, war von 1985 bis 2000 Schachweltmeister. 2005 beendete er, an der Spitze der Weltrangliste stehend, offiziell seine professionelle Schachkarriere. Seit dem Rückzug vom Schach ist Kasparow als russischer Oppositionsaktivist tätig. Er war Vorsitzender der Vereinigten Bürgerfront und gründete unter anderem das oppositionelle Bündnis »Das andere Russland«, das mit der Begründung, es handele sich um keine Partei, nicht zu den russischen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2007/2008 zugelassen wurde. Im Dezember 2008 gründete er zusammen mit Boris Nemzow‎, der im Februar 2015 mitten in Moskau erschossen wurde, die außerparlamentarische Oppositionsbewegung Solidarnost. Garri Kasparow lebt jetzt mit seiner Frau und seinen Kindern im selbstgewählten Exil in New York. Rezension erfolgt hier demnächst

PUTINISMUS - was ist das?

Die einen halten ihn für einen lupenreinen Demokraten, die anderen trauen ihm alle Boshaftigkeiten der Welt zu, ja sogar die Steuerung von Attentaten oder Flugzeugabstürzen. Der Geheimdienstler  a.D.  Wladimir Putin ist selbst Zielobjekt vieler Kommentare, Einschätzungen, Werturteilen und auch Vorurteilen. Walter Laqueur, ein renommierter Historiker hat jetzt ein Buch vorgelegt, das minutiös, Fakten - und facettenreich Russlands Zukunft beschreibt - unter dem Titelmotto: Wohin treibt Russland?

 

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Zwischen Revolution und Illusion:Tschechien

Am 17. November begingen die Tschechen vor allem in Prag den 25. Jahrestag der Samtenen Revolution. Hier ein Buchtipp – das Porträt von Václav Havel zum Nachlesen:

 

Norbert Schreiber  merian porträts PRAG Merian Travelhouse media

 

Václav Havel
1936 - 2011

Von den Kommunisten verfemt wurde er Taxifahrer, Bühnentechniker – und Dramatiker. In der Opposition und im Untergrund galt er als Star. Bis ihn die Tschechen zum Staatsoberhaut wählten. Er reifte vom Dissidenten zum Präsidenten.

 

Da saß ich nun in einer Burg. Ein Städtchen in der Stadt. Als ich dort ankam, war es ein totes Städtchen. Überall lungerten Geheimpolizisten herum. Ich sah Mauern und Gitter, Sperren, Kameras, Drähte, Mikrofone. Das alles haben wir rausgeworfen. Die Innenhöfe und Gärten durch Spazierwege miteinander verbunden. Die mächtige Kathedrale musste ihr Pathos verlieren. Wir ließen Gaukler, fahrende Musikanten und Kleinhändler zu. Die Kommunisten hatten ja immer nur die Fassaden schön angepinselt. Dahinter zerfiel alles. Die Burg sollte kein kafkaesk verwunschenes Schloss bleiben. Wir mussten Repräsentation mit Staatlichkeit, aber auch mit prallem Menschenleben verbinden. Galerien, Läden, Fakultäten, Bewirtung, kulturelles Leben, Konzerte und Theater-Veranstaltungen. Ich habe dann einige Globen und Ferngläser von Kaiser Rudolf II. herausholen und aufstellen lassen.

Mit diesen Worten beschreibt Václav Havel mit seiner typischen, erfrischend offenen Anschaulichkeit seinen Amtsantritt als Staatspräsident auf dem Hradschin. Er will die kulturellen Dimensionen der neuen Zeit mit denen der Tradition verknüpfen. »Eher hatte ich Furcht. Es war etwas ganz Neues.«

Havel - die Biographie

Michael Zantovsky Vaclac Havel                                  Propyläen
 
 
Er war Schriftsteller mit Publikationsverbot, Dissident und gefeierter Staatsmann. Er schlug sich als Taxifahrer durch, weil er nicht studieren durfte. Als Wortführer der Regimegegner landete er im Gefängnis. Nach der Revolution von 1989 wurde er als tschechischer Staatspräsident eine der geachtetsten Leitfiguren der westlichen Welt. Vaclav Havel erlebte alle Höhen und Tiefen, die ein politisch engagierter Mensch im kommunistischen Teil Europas erleben konnte. Zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution legt Michael Zantovsky die erste große Havel-Biographie vor, die zugleich einen neuen Blick auf die dramatischen Ereignisse des Herbstes 1989 wirft.
 
Michael Zantovsky hat Havels Weg vom politisch Verfolgten zum höchsten Repräsentanten seines Landes aus nächster Nähe begleitet. Er kannte Havel seit den Zeiten der berühmten Charta '77, war Mitbegründer des Bürgerforums, das die „Samtene Revolution" herbeiführte, und wurde engster Berater Havels während seiner Präsidentschaft. Er führte Gespräche mit Freunden und Wegbegleitern Havels und dessen Witwe, der Schauspielerin Dagmar Veskr-nova. Seine Biographie zeigt einen Mann, der bei aller Verletzlichkeit mit großem Mut für Freiheit und Wahrhaftigkeit eintrat.
 
 

Michael Zantovsky, geboren 1949 in Prag. Journalist, Schriftsteller und Diplomat. Ende der achtziger Jahre Prager Korrespondent von Reuters. Mitbegründer des tschechischen Bürgerforums. 1990-92 Sprecher und Politischer Berater von Präsident Havel. Bis 1997 tschechischer Botschafter in den USA. 1997-2002 Vorsitzender des tschechischen Senatsausschusses für Auswärtige Politik und Sicherheit. Bis 2009 Botschafter in Israel, seitdem Botschafter in London.

 

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